Dresden - Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen hat im Jahr 2026 insgesamt 245 Gastspiele mit Fördermitteln in Höhe von 230.000 Euro unterstützt. Das Förderprogramm stieß erneut auf eine hohe Nachfrage. Bereits Mitte des Jahres waren die verfügbaren Mittel vollständig ausgeschöpft. Insgesamt wurden 144 Förderungen bewilligt, wie die Kulturstiftung am Donnerstag, dem 22. Oktober, mitteilte.
Zum Ende der Antragsfrist am 31. Juli lagen mehr förderfähige Anträge vor, als mit den verfügbaren Geldern unterstützt werden konnten. Die bewilligten Förderbeträge bewegten sich zwischen 400 und 4.800 Euro.
Ein Schwerpunkt der Gastspielförderung liegt auf der kulturellen Versorgung ländlicher Regionen. Insgesamt 70 der geförderten Gastspiele fanden 2026 außerhalb der größeren Städte Sachsens statt.
Zu den Veranstaltungsorten gehörten unter anderem das Neuberinhaus in Reichenbach, der Veranstaltungsort Markt 20 in Delitzsch sowie das Kulturkino Zwenkau im Landkreis Leipzig.
Damit konnten auch Menschen abseits der großen Kulturzentren unterschiedliche künstlerische Angebote erleben. Das Programm umfasste Tanz- und Theaterproduktionen, Performances, Ausstellungen und Videopräsentationen.
Die Fördermittel ermöglichten nicht nur Veranstaltungen innerhalb Sachsens. Rund die Hälfte der insgesamt 245 Gastspiele fand außerhalb des Freistaates statt.
Sächsische Künstler und Ensembles präsentierten ihre Arbeiten unter anderem in Trier, Hamburg und München. Auch internationale Auftritte in Spanien, Polen und Österreich wurden durch das Programm unterstützt.
Damit eröffnet die Gastspielförderung Kunstschaffenden zusätzliche Möglichkeiten, ihre Produktionen einem größeren Publikum vorzustellen und neue Veranstaltungsorte zu erschließen.
Die Unterstützung richtete sich an ganz unterschiedliche künstlerische Formate. Gefördert wurden sowohl Soloprogramme und kleinere Ensembles als auch aufwendigere Produktionen mit bis zu zehn Beteiligten.
Zu den unterstützten Arbeiten gehörte beispielsweise die Puppentheaterproduktion „KRABAT STIRBT · ZEMRĚJE · WUMRĚJO“ der Puppenspieler schoenbrodtkuerschner.
Auch die Performance „ich bin mir selber fremd geworden“ des Ensembles „Schatz & Schande“ erhielt eine Förderung.
Die unterschiedlichen Projekte zeigen die Bandbreite des Programms, das bestehende künstlerische Arbeiten an weiteren Orten zugänglich machen soll.
Nach Angaben der Kulturstiftung ist die Gastspielförderung ein wichtiges Instrument zur Unterstützung der freien Kulturszene in Sachsen.
Stiftungsdirektor Manuel Frey betont, dass Künstler durch das Programm neue Auftritts- und Präsentationsmöglichkeiten erhalten. Gleichzeitig könnten bereits entwickelte Produktionen an weiteren Orten gezeigt werden, wodurch sich ihre Nutzung und Reichweite über den ursprünglichen Aufführungsort hinaus verlängere.
Die Förderung unterstützt insbesondere Honorar- und Organisationskosten. Dadurch sollen Kunstschaffende die Möglichkeit erhalten, bereits bestehende Produktionen erneut aufzuführen oder an anderen Orten zu präsentieren.
Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen bietet die Gastspielförderung seit 2017 an. Seit Beginn des Programms wurden insgesamt rund 1.000 Anträge bewilligt.
Ziel ist es, bereits erarbeitete künstlerische Produktionen einem weiteren Publikum zugänglich zu machen und zusätzliche Präsentationsmöglichkeiten zu schaffen.
Die hohe Zahl der Anträge im Jahr 2026 zeigt das große Interesse an dem Förderprogramm. Da die verfügbaren Mittel bereits Mitte des Jahres ausgeschöpft waren, konnten nicht alle förderfähigen Anträge berücksichtigt werden.