Di., 06.01.2026 , 10:27 Uhr

Gute Verkäufe zu Weihnachten, aber Unsicherheit beim Export

Kunsthandwerk im Erzgebirge zufrieden mit Geschäft

Das Weihnachtsgeschäft hat viele Kunsthandwerker im Erzgebirge zufrieden gestellt. Sorgen bereiten jedoch steigende Kosten und neue US-Zölle.

Olbernhau - Das Weihnachtsgeschäft hat die Kunsthandwerker im Erzgebirge überwiegend positiv gestimmt. Zwar hätten sich einzelne Unternehmen mehr Umsatz erhofft, insgesamt falle das Stimmungsbild jedoch zufriedenstellend aus. Das erklärte Frederic Günther vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Nach Einschätzung des Verbandes war die Nachfrage nach erzgebirgischem Kunsthandwerk vor allem auf den Weihnachtsmärkten hoch. Der gute Besucherzuspruch habe sich direkt im Absatz widergespiegelt. Auch der Online-Handel habe sich positiv entwickelt. Belastbare Abschlusszahlen liegen bislang zwar noch nicht vor, die Rückmeldungen aus vielen Betrieben zeichneten jedoch ein klares Bild, so Günther.

Trotz der zufriedenstellenden Bilanz sehen sich die Unternehmen mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. Unsicher sei insbesondere die weitere Entwicklung des Exports in die USA. Seit Ende August gelten dort Zölle von 15 Prozent auch für erzgebirgisches Kunsthandwerk. Viele Händler in den Vereinigten Staaten hätten deshalb in diesem Jahr zurückhaltender bestellt. Spürbar ausgewirkt hätten sich die Zölle auf das Weihnachtsgeschäft jedoch noch nicht, da ein Großteil der Ware bereits vor Inkrafttreten der Abgaben exportiert worden sei.

Nach dem Weihnachtsgeschäft beginnen in vielen Betrieben nun die Inventurarbeiten. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für die kommende Saison. Neue Produkte und Weiterentwicklungen werden derzeit entworfen und gefertigt. Im Februar sollen diese Neuheiten auf der internationalen Fachmesse Christmasworld in Frankfurt vorgestellt werden. Dort erhofft sich die Branche insbesondere Rückmeldungen von internationalen Händlern.

Ein weiteres Thema bleibt die Zukunft der Präsenz auf Weihnachtsmärkten. Laut Günther überlegen einige Betriebe, ihre Teilnahme zu reduzieren oder ganz aufzugeben. Hintergrund seien steigende Kosten für Personal, Energie und Standgebühren. In den kommenden Jahren könne sich die Zahl der kunsthandwerklichen Anbieter auf den Märkten daher spürbar verringern.

Trotz dieser Entwicklungen sieht der Verband das erzgebirgische Kunsthandwerk weiterhin gut positioniert. Die Nachfrage nach den traditionellen Erzeugnissen sei nach wie vor hoch, und die Beliebtheit der Produkte gelte als ungebrochen.