Meißen - Das Feinkonzept der 5. Sächsischen Landesausstellung im Jahr 2029 steht fest. Vorgestellt wurde es am Dienstag auf der Albrechtsburg Meissen von Sachsens Kultur- und Tourismusministerin Barbara Klepsch gemeinsam mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, dem Geschäftsführer der Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH, Christian Striefler, sowie Meißens Oberbürgermeister Markus Renner.
Die Landesausstellung wird 1.100 Jahre sächsische Geschichte in den Blick nehmen. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Was ist eigentlich sächsisch?“ Die Ausstellung soll zeigen, wie sich Sachsen im Laufe der Zeit verändert hat und welche kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Einflüsse das Land geprägt haben.
Dabei sollen verschiedene Epochen miteinander verbunden werden, vom Mittelalter über die Barockzeit und die Industrialisierung bis hin zur Zeit des Nationalsozialismus, der DDR und der Gegenwart.
Die Landesausstellung wird auf der Albrechtsburg Meissen stattfinden. Kulturministerin Barbara Klepsch bezeichnete den Ort als besonders symbolträchtig. Dort, „wo sächsische Geschichte ihren Anfang nahm“, solle 2029 zugleich nach vorn geschaut werden.
Klepsch betonte, dass Geschichte nicht nur von historischen Persönlichkeiten gemacht werde, sondern von den Menschen, die mit ihren persönlichen Geschichten das Land prägen. Deshalb sei es wichtig, dass sich die Sachsen im Vorfeld der Landesausstellung am Mitmach-Projekt beteiligen.
Mit der Landesausstellung ist ein Beteiligungsprozess verbunden, der von 2026 bis 2029 laufen soll. Die Menschen in Sachsen sollen eingeladen werden, sich mit eigenen Ideen, Erinnerungen, Wünschen und Geschichten einzubringen.
Auf Social-Media-Kanälen, bei Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekten im ganzen Land sollen Beiträge gesammelt werden. Daraus soll bis 2029 eine große Sachsen-Erzählung entstehen. Inhalte wie Geschichten, Porträts oder Filme können Teil des Festjahres in Meißen werden und in verschiedenen Formen rund um die Ausstellung auftauchen.
Bereits in diesem Jahr startet im Rahmen von „So geht sächsisch“ das Beteiligungsprojekt „Zeig Dein Sachsen“. Es soll auf die Landesausstellung hinführen und Menschen im Freistaat dazu anregen, ihre Sicht auf Sachsen einzubringen.
Ein weiteres Teilprojekt trägt den Titel „Mein Sachsenbild“. Dabei soll ein interaktives, digitales Spiel entwickelt werden, das vor allem junge Generationen für das Thema der Ausstellung ansprechen soll.
Ministerpräsident Michael Kretschmer bezeichnete die Landesausstellung als kulturellen Höhepunkt und Großprojekt, vor allem aber als Angebot zum Mitmachen. Sie solle Menschen im ganzen Land einladen, ihre Perspektiven einzubringen und darüber ins Gespräch zu kommen, was Sachsen verbindet.
Die Landesausstellung fällt mit dem Festjahr „1100 Jahre Meißen“ zusammen. Oberbürgermeister Markus Renner sprach von einer einzigartigen Gelegenheit, Geschichte und Zukunft Sachsens in Meißen erlebbar zu machen. Die Stadt rücke als Gastgeberin und als „Wiege Sachsens“ in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.
Christian Striefler, Geschäftsführer der SBG gGmbH, kündigte an, dass nun die Phase der Ausstellungsgestaltung beginne. Der Fokus liege auf Bildung und Vermittlung. Seit Jahresbeginn arbeite das kuratorische Team an insgesamt 30 sogenannten Sachsenspuren.
Für den Ausstellungsrundgang wurden sechs Kategorien ausgewählt: Macht, Raum, Begegnung, Glaube, Kultur und Innovation. Sie leiten sich aus den großen Wandgemälden der Albrechtsburg ab.
Der Bereich „Macht“ behandelt Politikgeschichte aus verschiedenen Perspektiven. Beim Thema „Raum“ geht es um sächsische Landschaften und deren Nutzung. „Begegnung“ stellt Sachsen als Ort interkulturellen Austauschs in den Mittelpunkt. Die Kategorie „Glaube“ befasst sich mit religiösen Bezügen und volksmythologischen Inhalten.
Unter „Kultur“ werden Aspekte wie Volkskunst, Musik, Dialekt, Literatur, Sport und Kulinarik betrachtet. Das Thema „Innovation“ umfasst Reformwesen, Industriekultur, Bildung und Wissenschaft.
Zu jeder Kategorie wurden nach Abstimmung mit dem wissenschaftlichen Beirat jeweils fünf Sachsenspuren ausgewählt. Diese sollen die Ausstellung strukturieren und zentrale Entwicklungslinien der sächsischen Geschichte für das Publikum nachvollziehbar machen.