Nach dem schweren Unwetter in der Sächsischen Schweiz bleibt ein großer Teil des Nationalparks für Besucher gesperrt. Betroffen sind die Gebiete zwischen der Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal. Nach Angaben des Staatsbetriebs Sachsenforst besteht dort akute Lebensgefahr durch umgestürzte Bäume und weitere Sturmschäden.
Das Unwetter hatte am Freitagabend verheerende Folgen. Nahe der Felsenbühne Rathen wurde ein 28-jähriger Mann von einem umstürzenden Baum tödlich verletzt. Drei weitere Menschen erlitten schwere Verletzungen, zehn Personen wurden ambulant behandelt. Rund 40 Menschen mussten aus dem betroffenen Gebiet evakuiert werden.
Zeitweise suchten Polizei, Bergwacht und Rettungskräfte mit Unterstützung eines Hubschraubers und einer Drohne nach möglichen Vermissten. Später wurde Entwarnung gegeben, es lagen keine Vermisstenmeldungen mehr vor.
Am Samstagmorgen nahmen die Einsatzkräfte ihre Arbeit wieder auf. Die Sturmschäden im Bereich des Amselgrundes, des Amselsees und der Schwedenlöcher werden nun erfasst und beseitigt. Wie lange die Sperrung bestehen bleibt, ist derzeit noch unklar.
Die Behörden bitten Besucherinnen und Besucher dringend, die Absperrungen zu beachten und den gesperrten Bereich nicht zu betreten. Umgestürzte Bäume und beschädigte Hänge stellen weiterhin eine erhebliche Gefahr dar.
Auch die Felsenbühne Rathen ist von den Auswirkungen betroffen. Der Spielbetrieb wurde bis einschließlich Montag ausgesetzt. Zwar blieb das Ensemble unverletzt, auf einem Zugangsweg wurden jedoch zwei Menschen leicht verletzt. Die entstandenen Schäden an der Freilichtbühne werden derzeit geprüft.
Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits vor starken Gewittern in weiten Teilen Sachsens gewarnt. Neben Starkregen und Blitzschlag wurde ausdrücklich vor umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen gewarnt. Besonders in bewaldeten Gebieten wie der Sächsischen Schweiz können solche Wetterlagen innerhalb weniger Minuten lebensgefährlich werden.