Sa., 01.08.2026 , 10:25 Uhr

Nationalpark Sächsische Schweiz gesperrt

Lebensgefahr nach schwerem Unwetter mit Todesfolge

Nach einem schweren Unwetter mit einem Toten bleibt der Nationalpark Sächsische Schweiz wegen akuter Lebensgefahr gesperrt.

Nach dem schweren Unwetter in der Sächsischen Schweiz bleibt ein großer Teil des Nationalparks für Besucherinnen und Besucher gesperrt. Betroffen sind die Gebiete zwischen der Bastei, Rathen, Hohnstein und dem Polenztal. Nach Angaben des Staatsbetriebs Sachsenforst besteht dort wegen umgestürzter Bäume und weiterer Sturmschäden akute Lebensgefahr.

Ein Toter und mehrere Verletzte

Das Unwetter hatte am Freitagabend verheerende Folgen. Nahe der Felsenbühne Rathen wurde ein 28-jähriger Mann von einem umstürzenden Baum tödlich verletzt. Drei weitere Menschen erlitten schwere Verletzungen, zehn Personen wurden ambulant behandelt. Rund 40 Menschen mussten aus dem betroffenen Gebiet evakuiert werden. Michael Kretschmer (CDU) zeigte sich tief betroffen von dem tödlichen Unglück:

Das tut schon weh, das zu erleben, und jeder von uns weiß auch, wo diese Stelle gewesen ist und wie das gewesen sein muss. Das ist sehr, sehr tragisch.

Zeitweise suchten Polizei, Bergwacht und Rettungskräfte mit Unterstützung eines Hubschraubers und einer Drohne nach möglichen Vermissten. Später wurde Entwarnung gegeben: Es lagen keine Vermisstenmeldungen mehr vor.

Einsatzkräfte setzen Arbeiten fort

Am Samstagmorgen nahmen die Einsatzkräfte ihre Arbeit wieder auf. Die Sturmschäden im Bereich des Amselgrundes, des Amselsees und der Schwedenlöcher werden nun erfasst und beseitigt. Wie lange die Sperrung bestehen bleibt, ist derzeit noch unklar.

Kretschmer würdigte den schnellen und koordinierten Einsatz der zahlreichen Helferinnen und Helfer:

Es ist wirklich so: Schon eine halbe Stunde, nachdem das Unwetter gewütet hat, waren die ersten Hilfskräfte da, hat man gemeinsam angepackt. (…) Das ist dann eine richtige Maschinerie, und wir werden auch diese Katastrophe wieder meistern.

Die Behörden bitten Besucherinnen und Besucher dringend, die Absperrungen zu beachten und den gesperrten Bereich nicht zu betreten. Umgestürzte Bäume und beschädigte Hänge stellen weiterhin eine erhebliche Gefahr dar.

Vorstellungen an der Felsenbühne abgesagt

Auch die Felsenbühne Rathen ist von den Auswirkungen des Unwetters betroffen. Der Spielbetrieb wurde bis einschließlich Montag ausgesetzt. Zwar blieb das Ensemble unverletzt, auf einem Zugangsweg wurden jedoch zwei Menschen leicht verletzt. Die entstandenen Schäden an der Freilichtbühne werden derzeit geprüft.

Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes

Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits vor starken Gewittern in weiten Teilen Sachsens gewarnt. Neben Starkregen und Blitzschlag wurde ausdrücklich vor umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen gewarnt. Besonders in bewaldeten Gebieten wie der Sächsischen Schweiz können solche Wetterlagen innerhalb weniger Minuten lebensgefährlich werden.