Di., 24.03.2026 , 11:08 Uhr

Kultusminister Clemens stellt Verbeamtung infrage

Lehrerverbeamtung in Sachsen vor dem Aus?

Sachsens Kultusminister Clemens stellt die Lehrerverbeamtung infrage. Grund sind hohe Kosten und langfristige Belastungen für den Landeshaushalt.

Dresden - In Sachsen hat eine neue Debatte über die Zukunft der Lehrerverbeamtung begonnen. Kultusminister Conrad Clemens spricht sich mittelfristig für ein Ende dieses Modells aus. Das derzeitige Vorgehen sei „aus der Zeit gefallen“, teilte ein Sprecher des Kultusministeriums mit.

Allerdings soll es keinen Alleingang des Freistaates geben. Clemens strebt vielmehr ein abgestimmtes Vorgehen mit den anderen Bundesländern an. Bei der anstehenden Bildungsministerkonferenz in Berlin soll das Thema zumindest am Rande zur Sprache kommen. Zuvor hatte der „Tagesspiegel“ über entsprechende Überlegungen berichtet.

Als zentrales Argument nennt der Minister die finanziellen Belastungen für den Staat. Insbesondere die hohen Rückstellungen für die Altersversorgung von Beamten seien langfristig eine Herausforderung für die öffentlichen Haushalte. „Wir müssen uns generell die Frage stellen, in welchen Bereichen wir noch verbeamten“, so Clemens. Angesichts des hohen Bedarfs an Lehrkräften könne sich der Staat eine breite Verbeamtung auf Dauer nicht leisten.

Die Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern wurde in Sachsen erst im Jahr 2019 eingeführt. Zuvor hatte sich der Freistaat lange dagegen entschieden. Hintergrund war unter anderem die Konkurrenz mit anderen Bundesländern, die bereits verbeamteten. Viele in Sachsen ausgebildete Lehrkräfte wechselten deshalb in andere Länder.

Aktuell ist die Verbeamtung in Sachsen bis zum Jahr 2030 befristet. Nach Angaben des Kultusministeriums sind derzeit rund 40 Prozent der etwa 32.000 Lehrkräfte an öffentlichen Schulen verbeamtet.

Wie sich die Diskussion auf die zukünftige Personalpolitik im Bildungsbereich auswirkt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass das Thema Lehrerverbeamtung erneut auf die politische Agenda rückt.