Sa., 02.05.2026 , 10:40 Uhr

Auf dem früheren Lagergelände „Mangold“ wurden rund 600 Befunde entdeckt

Leipzig: Archäologen erforschen NS-Zwangsarbeiterlager

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Auf einem rund 9.000 Quadratmeter großen Areal in Leipzig erforschen Archäologen derzeit das ehemalige NS-Zwangsarbeiterlager „Mangold“. Die Funde sollen helfen, Struktur, Geschichte und Lebensumstände im Lager für die Nachwelt zu dokumentieren.

Nach Angaben des Landesamtes für Archäologie wurden bislang rund 600 Befunde erfasst. Dazu gehören unter anderem Fundamente, Pfosten und Holzböden früherer Baracken, Wege, Gruben, ein Heizraum sowie Splitterschutzgräben. Auch Gegenstände aus dem täglichen Leben der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden gesichert, darunter Lederschuhe, Teller, Tassen, Löffel und Glasflaschen.

Das Lager war 1942 in Betrieb genommen worden. Die dort untergebrachten Menschen mussten vor allem für ein Unternehmen arbeiten, das kriegsrelevante Produkte herstellte, darunter Maschinengewehr-Wagen, Bomben- und Granathülsen sowie Grabenpflüge. Bis Kriegsende stieg die Zahl der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter auf rund 3.000. Nach 1945 wurden die Baracken zunächst weitergenutzt, unter anderem für Menschen, die infolge des Krieges nicht in ihrer Heimat waren, später auch als Quarantänelager für deutsche Flüchtlinge aus dem Osten.