Di., 26.05.2026 , 10:36 Uhr

Stadt reicht Bewerbung für UNESCO Creative Cities Network ein

Leipzig will UNESCO City of Music werden

Leipzig bewirbt sich als UNESCO City of Music. Die Stadt will damit ihre Musiktradition, freie Szene und internationale Rolle weiter stärken.

Leipzig - Leipzig bewirbt sich um die Aufnahme in das internationale UNESCO Creative Cities Network als „City of Music“. Die entsprechenden Bewerbungsunterlagen wurden fristgerecht bei der Deutschen UNESCO-Kommission eingereicht. Damit will die Stadt ihre Rolle als bedeutender Musikstandort in Europa weiter ausbauen und international sichtbarer machen.

Leipzig verweist in der Bewerbung auf eine lange Musikgeschichte, die eng mit bekannten Persönlichkeiten wie Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Clara und Robert Schumann, Richard Wagner oder Hanns Eisler verbunden ist. Bis heute prägen traditionsreiche Institutionen das musikalische Profil der Stadt. Dazu zählen unter anderem das Gewandhausorchester Leipzig, der Thomanerchor Leipzig, die Oper Leipzig sowie die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“.

Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke betont die besondere Vielfalt der Leipziger Musiklandschaft. Zwischen Bach und Clubkultur, Gewandhaus und Offspaces entstehe eine Musikstadt, in der kulturelles Erbe, künstlerische Innovation und gesellschaftliche Teilhabe zusammenwirkten. Mit der Bewerbung wolle Leipzig international sichtbarer werden, von anderen Musikstädten des Netzwerks lernen und das Profil als weltoffene Musikmetropole weiter schärfen.

Neben der historischen Bedeutung hebt die Stadt auch die lebendige Gegenwartskultur hervor. Leipzig steht demnach für musikalische Vielfalt von Klassik über Jazz bis hin zu elektronischer Musik. Festivals, Clubs und freie Spielstätten prägen ein offenes und experimentierfreudiges Musikleben. Als Beispiele werden unter anderem die Distillery, das Conne Island, das UT Connewitz und die Moritzbastei genannt. Mit der Distillery befindet sich in Leipzig Ostdeutschlands ältester Techno-Club.

Auch in den Bereichen musikalische Forschung, Ausbildung und Innovation sieht sich Leipzig international gut aufgestellt. Ein aktuelles Beispiel ist das Bach-Archiv Leipzig, dem jüngst die Entdeckung bislang unbekannter Orgelwerke von Johann Sebastian Bach gelang.

Mit der Bewerbung als UNESCO City of Music will Leipzig Musik als identitätsstiftenden Kultur- und Standortfaktor weiter stärken. Gleichzeitig soll Musik als verbindende Kraft für kulturelle Vielfalt, nachhaltige Stadtentwicklung und Wirtschaftswachstum sichtbar gemacht werden.

Das Auswahlverfahren ist zweistufig. Zunächst findet eine nationale Vorauswahl statt. Sollte Leipzig diese erfolgreich durchlaufen, werden die Unterlagen anschließend von der UNESCO-Kommission in Paris geprüft. Die finalen Ergebnisse sollen voraussichtlich im Herbst 2027 bekannt gegeben werden.