Sa., 03.10.2026 , 11:27 Uhr

Wassermangel könnte neue Tagebauseen verzögern

Leipziger Neuseenland: Flutung könnte länger dauern

Sinkende Grundwasserstände und wenig Wasser in den Flüssen könnten die Entstehung weiterer Tagebauseen in Mitteldeutschland verzögern. Betroffen ist unter anderem der Tagebau Vereinigtes Schleenhain südlich von Leipzig. Noch sind die konkreten Folgen allerdings offen.

Die Flutung der derzeit noch aktiven Braunkohletagebaue Vereinigtes Schleenhain in Sachsen und Profen in Sachsen-Anhalt könnte mehr Zeit benötigen als bislang angenommen. Grund dafür ist das möglicherweise langfristig geringere Wasserangebot.

Patrick Halka, Leiter der Regionalen Planungsstelle Leipzig, erklärte, dass Facharbeitsgruppen derzeit untersuchen, welche Wassermengen künftig für die Flutung zur Verfügung stehen. Gleichzeitig müssen in den Flüssen ökologische Mindestabflüsse gewährleistet bleiben. Ob und wie stark sich dadurch die bisherigen Planungen verändern, lässt sich laut Halka derzeit noch nicht abschätzen.

Pereser See soll größter See im Neuseenland werden

Besonders relevant für die Region Leipzig ist der geplante Pereser See. Er soll auf dem Gebiet des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain entstehen. Nach den bisherigen Planungen soll die Flutung etwa 2039 beginnen.

Mit rund zwölf Quadratkilometern Fläche, etwa 430 Millionen Kubikmetern Wasser und einer Tiefe von bis zu 80 Metern soll der Pereser See das größte Gewässer im Leipziger Neuseenland werden.

Bergbausanierungsexperte Martin Kreßner von der TU Bergakademie Freiberg warnt, dass ein geringeres Wasserangebot längere Sanierungszeiträume und zusätzliche technische Maßnahmen erforderlich machen könnte. Damit könnten auch die Kosten steigen.

Der Bergbaukonzern Mibrag sieht bislang allerdings keinen Anlass, die grundsätzliche Planung infrage zu stellen. Bei den Berechnungen würden mehrjährige Niederschlagsreihen berücksichtigt, die auch trockene Jahre einbeziehen.

Problematisch könnte vor allem die Flutung der letzten Restlöcher werden. Dafür muss Wasser von außerhalb der Tagebaue zugeführt werden. Nach bisherigen Planungen soll dafür unter anderem Wasser aus der Mulde und der Weißen Elster genutzt werden.

Aktuell liegen die Grundwasserstände in Sachsen und Sachsen-Anhalt vielerorts etwa einen halben Meter unter dem langjährigen Mittel. Auch zahlreiche Flüsse führen nach dem trockenen Sommer weiterhin deutlich weniger Wasser als üblich.