Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums sank die Gesamtzahl der Menschen, die einen Nachteilsausgleich beziehen, von 13.646 im Jahr 2020 auf 11.813 im vergangenen Jahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Neuanträge im selben Zeitraum von 4.730 auf 4.916.
Zu den Leistungen zählen unter anderem Blindengeld, ein Ausgleich für hochgradige Sehbehinderung, Gehörlosigkeit, schwerstbehinderte Kinder sowie Taubblindheit. Die Zahlungen sollen Betroffene und ihre Familien dabei unterstützen, behinderungsbedingte Nachteile im Alltag abzufedern.
Die Linken-Politikerin Susanne Schaper hält die derzeitigen Beträge für zu niedrig. Es sei wichtig, dass der Freistaat Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung sowie Familien mit schwerstkranken Kindern helfe, den Alltag zu bewältigen und Lebensqualität zu sichern. Die sächsischen Unterstützungszahlungen würden die tatsächlichen Nachteile aber nicht angemessen ausgleichen.
Nach Einschätzung der Linken zahlt Sachsen im bundesweiten Vergleich zu wenig. Die Fraktion fordert deshalb seit längerem eine deutliche Erhöhung der Leistungen.
Das Landesblindengeld soll nach dem Willen der Linken von derzeit 380 Euro auf 600 Euro im Monat steigen. Für hochgradig sehbehinderte Menschen fordert die Fraktion eine Erhöhung von 100 auf 250 Euro. Das Taubblindengeld soll von 700 auf 1.000 Euro angehoben werden.
Auch Familien mit schwerstbehinderten Kindern sollen stärker unterstützt werden. Hier fordert die Linke eine Erhöhung des Nachteilsausgleichs von 120 auf 200 Euro monatlich. Für gehörlose Menschen schlägt die Fraktion eine Anhebung von 150 auf 600 Euro vor. Zudem soll künftig bereits ein Behinderungsgrad von 70 Prozent ausreichen, um die Unterstützung zu erhalten.
Schaper verweist zudem auf die demografische Entwicklung in Sachsen. Weil die Gesellschaft älter werde, müsse perspektivisch mit einem wachsenden Bedarf gerechnet werden. Das Risiko für Taubheit und Sehbehinderungen steige mit zunehmendem Alter deutlich an.
Der Rückgang in der aktuellen Schwerbehindertenstatistik dürfe deshalb nicht als Begründung genutzt werden, die Mittel im neuen Doppelhaushalt deutlich zu kürzen. Aus Sicht der Linken braucht es stattdessen eine verlässlichere und höhere finanzielle Unterstützung für Menschen mit Behinderung in Sachsen.