Dresden. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Mittel für den sozialen Wohnungsbau bis 2028 deutlich zu erhöhen – von derzeit 3,5 Milliarden auf 5,5 Milliarden Euro jährlich. Davon könnte auch Sachsen profitieren: Für 2025 sind laut Verteilungsschlüssel rund 149,5 Millionen Euro vorgesehen.
Doch das Geld fließt nicht automatisch. Voraussetzung ist eine Kofinanzierung von 30 Prozent durch das jeweilige Bundesland. Für Sachsen würde das bedeuten: Knapp 50 Millionen Euro muss der Freistaat bereitstellen, um die volle Fördersumme zu erhalten.
Die Linksfraktion im Sächsischen Landtag fordert deshalb ein deutlich stärkeres finanzielles Engagement. Juliane Nagel, wohnungspolitische Sprecherin der Fraktion, sagt:
„Die Ankündigungen aus dem Bund sind auch für Sachsen eine gute Nachricht. Doch um davon wirklich zu profitieren, muss das Land die Kofinanzierung deutlich aufstocken.“
Laut Nagel liegt der Bedarf an Sozialwohnungen in Sachsen weit über dem aktuellen Förderniveau. Zwischen 2017 und 2024 seien lediglich 2.141 Sozialwohnungen neu gebaut worden.
„Tatsächlich gebraucht würden aber mindestens 11.095 zusätzliche Einheiten“, betont die Abgeordnete.
Bliebe man beim aktuellen Tempo, würde es über 30 Jahre dauern, bis der Bedarf gedeckt ist. Deshalb müsse das Land nicht nur mehr Mittel bereitstellen, sondern auch die Wohnraumförderung grundsätzlich überdenken.
Die Linksfraktion fordert unter anderem:
Dazu schlägt Nagel vor, Modellvorhaben mit öffentlichen und gemeinnützigen Wohnungsunternehmen zu entwickeln, um eine dauerhafte soziale Wohnraumversorgung sicherzustellen.
Ob die Forderungen politisch umgesetzt werden, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Ohne ausreichende Kofinanzierung riskiert Sachsen, dringend benötigte Bundesmittel ungenutzt zu lassen – auf Kosten vieler Wohnungssuchender im Freistaat.