Dresden - Die Linksfraktion im Sächsischen Landtag befürchtet eine zunehmende Altersarmut als Folge der geplanten Rentenreform. Nach Einschätzung der Fraktion könnten die Pläne der Bundesregierung vor allem für Menschen problematisch werden, die nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können.
Fraktionschefin Susanne Schaper kritisierte, die Statistik der Lebenserwartung sage nichts über die Erwerbsbiografien der Menschen aus. Viele Beschäftigte könnten schon heute nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten. Wenn der Renteneintritt weiter verschoben werde, drohten aus Sicht der Linken gekürzte Altersbezüge.
Schaper erklärte zudem, selbst 45 Beitragsjahre könnten künftig nicht mehr ausreichen, um in den Ruhestand zu gehen. Zwar sollten nach den Plänen auch Abgeordnete, Konzernvorstände und Selbständige Teil der Rentenversicherung werden. Aus Sicht der Linken reicht dieser Schritt jedoch nicht aus.
Die gesetzliche Rente müsse aus Sicht der Fraktion eine verlässliche Absicherung für alle sein. Schaper verwies darauf, dass immer mehr ältere Menschen auch in Sachsen mit ihrer Rente nicht mehr auskämen. Selbst alltägliche Ausgaben wie ein Café-Besuch oder Geschenke für die Enkel könnten für Betroffene zur finanziellen Herausforderung werden.
Hintergrund sind Zahlen zur Grundsicherung im Alter, die Schaper im Landtag erfragt hatte. Demnach erhielten Ende 2025 in Sachsen 21.080 Menschen diese Sozialleistung. Im Durchschnitt lag die Leistung bei 616 Euro im Monat. Nach Angaben der Linken hat sich die Zahl der Betroffenen binnen zehn Jahren fast verdoppelt.
Gerade für den Osten sei eine verlässliche gesetzliche Rente besonders wichtig, erklärte Schaper. Viele Menschen hätten dort keine weiteren Alterseinkünfte. Die Linke fordert deshalb eine breitere Finanzierung der Rentenkasse. Aus Sicht der Fraktion sollten alle, die ein Arbeitseinkommen oder hohe Kapitaleinkünfte erzielen, zur Finanzierung beitragen.
Die Kritik der Linken bezieht sich auf Empfehlungen der Rentenkommission, die nach Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz vollständig umgesetzt werden sollen. Eine Empfehlung betrifft die Einführung einer sogenannten Kapitalrente. Dafür soll der von Arbeitnehmern und Arbeitgebern jeweils zur Hälfte gezahlte Rentenbeitrag um bis zu zwei Prozentpunkte erhöht werden.
Zudem soll das gesetzliche Rentenalter über 67 Jahre hinaus in den kommenden Jahrzehnten schrittweise steigen und an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Konkrete Zahlen für Leipzig werden in der vorliegenden Meldung nicht genannt. Die Debatte betrifft jedoch Rentnerinnen und Rentner sowie Beschäftigte im gesamten Freistaat.