Do., 07.05.2026 , 10:44 Uhr

Grüne sehen große Lücken bei Angeboten und Datenlage

Long-Covid-Versorgung in Sachsen kritisiert

Die Grünen kritisieren die Versorgung von Long-Covid-Betroffenen in Sachsen. Es gebe zu wenige spezialisierte Angebote und fehlende Daten.

Dresden - Die Grünen im Sächsischen Landtag halten die Versorgung von Long-Covid-Patienten im Freistaat für unzureichend. Der Abgeordnete Thomas Löser kommt nach der Auswertung einer Kleinen Anfrage zu dem Schluss, dass zwischen politischen Ankündigungen und tatsächlicher Umsetzung weiterhin eine deutliche Lücke bestehe.

Nach Angaben Lösers existieren in Sachsen derzeit nur wenige spezialisierte Angebote für Betroffene. Dazu zählten ein größeres Projekt am Universitätsklinikum Dresden sowie einzelne ambulante Strukturen. Weitere systematische Angebote seien der Staatsregierung nach Aussage des Abgeordneten nicht bekannt. Von einer flächendeckenden Versorgung könne daher nicht gesprochen werden.

Kritik äußert Löser auch an der Datenlage. Aktuelle Zahlen zu Long-Covid-Betroffenen in Sachsen sollen demnach erst im Laufe dieses Jahres erhoben werden. Aus Sicht der Grünen fehlt damit weiterhin eine wichtige Grundlage, um Versorgungsangebote gezielt zu planen und zu steuern. Die Staatsregierung bleibe hinter ihren eigenen Ankündigungen zurück, so der Vorwurf.

Unklar sei nach Einschätzung Lösers außerdem, wie bestehende Projekte langfristig abgesichert werden sollen. Es gebe weder Erkenntnisse zur Verstetigung vorhandener Strukturen noch zur Anschlussfinanzierung. Long Covid sei nach Ansicht des Abgeordneten kein Randthema, sondern eine dauerhafte Herausforderung für das Gesundheitssystem und den Arbeitsmarkt.

Am Samstag wollen Long-Covid-Patienten laut Löser in Leipzig und Dresden erneut mit einer sogenannten Liegendemo auf ihre Situation aufmerksam machen.