Mi., 18.03.2026 , 12:21 Uhr

Nach 1,5 Jahren: Ausgewilderter Luchs im Erzgebirge entdeckt

Luchs Juno in Sachsen wieder nachgewiesen

Der ausgewilderte Luchs Juno ist nach rund anderthalb Jahren wieder nachgewiesen worden. Das Tier wurde im mittleren Erzgebirge genetisch eindeutig identifiziert.

Luchs Juno in Sachsen wieder nachgewiesen

Im Erzgebirge ist ein lange vermisster Luchs wieder aufgetaucht: Das Luchsmännchen Juno, das im März 2024 im Rahmen des Projekts „RELynx Sachsen“ ausgewildert wurde, konnte nach rund anderthalb Jahren erneut nachgewiesen werden.

Seit Anfang 2026 hatten sich Hinweise auf ein Tier in der Region zwischen Freiberg, Flöha und der deutsch-tschechischen Grenze gehäuft. Fotofallenaufnahmen zeigten einen Luchs mit auffällig schwacher Fellzeichnung – ein Merkmal, das bereits bei Juno bekannt war.

Genetische Analyse bringt Gewissheit

Die entscheidende Bestätigung lieferte schließlich eine Spur im Schnee bei Flaje nahe der Grenze zu Sachsen. Dort konnte auch eine Urinprobe gesichert werden. Eine genetische Untersuchung ermöglichte die eindeutige Identifizierung: Es handelt sich um Juno.

Der letzte gesicherte Nachweis des Tieres stammte aus dem September 2024 aus dem Forstbezirk Eibenstock. Danach hatte sich seine Spur verloren.

Unklare Wanderbewegungen

Warum Juno sein ursprüngliches Gebiet verlassen hat, ist bislang nicht geklärt. Nach seiner Auswilderung hielt sich das Tier zunächst im Westerzgebirge auf, wo sich auch die Territorien der Luchsweibchen Alva und Nova befanden.

Grundsätzlich bleiben Luchse häufig in Regionen, in denen bereits Artgenossen leben. Im Fall von Juno ist die Abwanderung daher ungewöhnlich.

Sollte sich das Tier dauerhaft im mittleren und östlichen Erzgebirge aufhalten, könnte dies Auswirkungen auf die Fortpflanzung haben. In der Paarungszeit von Februar bis April würde Juno dann voraussichtlich nicht zur weiteren Vermehrung der kleinen Kernpopulation im Westerzgebirge beitragen.

Wildkameraufnahme Luchs Juno September 2024

Überblick über weitere Luchse in Sachsen

Auch zu den anderen ausgewilderten Luchsen liegen aktuelle Erkenntnisse vor:

Projekt RELynx Sachsen

Seit Frühjahr 2024 wurden im Rahmen des Projekts „RELynx Sachsen“ insgesamt sieben Luchse im Westerzgebirge ausgewildert. Ein Tier, der Luchs Anton, kam wenige Wochen nach seiner Auswilderung bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Für das laufende Jahr ist geplant, zwei weitere Luchse auszuwildern.

Das Projekt wurde 2022 vom Freistaat Sachsen gestartet und verfolgt das Ziel, eine stabile Luchspopulation im Erzgebirge aufzubauen. Insgesamt sollen bis zu 20 Karpatenluchse angesiedelt werden.

Bedeutung für Artenschutz und Monitoring

Der Wiederfund von Juno gilt für die Projektbeteiligten als wichtiger Erfolg. Er zeigt, dass das Monitoring funktioniert und liefert wertvolle Erkenntnisse über das Verhalten der Tiere.

Zugleich unterstreicht der Nachweis die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen Luchserfassern sowie den Austausch mit tschechischen Partnern. Eine Wildtierbiologin unterstützt das Projekt auf tschechischer Seite und koordiniert unter anderem das Monitoring mit Wildkameras.