Das monumentale Marx-Relief auf dem Sportcampus der Universität Leipzig wird derzeit umfassend gereinigt und konserviert. Das 33 Tonnen schwere Kunstwerk aus Bronze trägt den Titel „Aufbruch“ und stammt aus den 1970er Jahren. Nach Angaben des Staatsbetriebs für Immobilien und Baumanagement kostet die Wartung rund 50.000 Euro. Die Kosten übernimmt der Freistaat Sachsen als Eigentümer.
Zentrales Motiv des Reliefs ist ein etwa vier Meter großer Kopf von Karl Marx. Das Kunstwerk misst 14,4 Meter in der Länge, sechs Meter in der Höhe und rund drei Meter in der Tiefe. Ursprünglich hing es über dem Eingang des Hauptgebäudes der damaligen Karl-Marx-Universität in der Leipziger Innenstadt. Nach dem Abriss des DDR-Gebäudes wurde das Relief zunächst in drei Teile zersägt und eingelagert. Seit 2008 steht es auf dem Sportcampus der Universität.
Nach Einschätzung von Rudolf Hiller von Gaertringen, Leiter der Kustodie der Universität Leipzig, könnte es sich um die erste umfassende Wartung des Reliefs seit seiner Entstehung handeln. Das Werk sei für die Geschichte der Universität von Bedeutung, zugleich aber ideologisch belastet. Der frühere Universitätsbau mit dem Marx-Relief war an die Stelle der auf SED-Geheiß gesprengten Universitätskirche St. Pauli getreten.
Für die aktuellen Arbeiten ist die Berliner Metallrestaurierungsfirma Haber & Brandner zuständig. Vier Mitarbeiter entfernen schädliche Oxidationsschichten und über Jahrzehnte entstandene Schmutzkrusten von der rauen Bronzeoberfläche. Durch die zahlreichen Ein- und Ausbuchtungen des Reliefs umfasst die zu bearbeitende Fläche mehr als 200 Quadratmeter.
Die typische schwarz-grüne Patina des Kunstwerks soll dabei ausdrücklich erhalten bleiben. Nach der Reinigung wird die Oberfläche mit einer schützenden Wachsschicht versehen. Dadurch soll die Bronze anschließend weniger gräulich und insgesamt kräftiger wirken. Die Arbeiten sollen nach Angaben der Restaurierungsfirma etwa sechs bis sieben Wochen dauern.
Fachbauleiter und Bronzebildgießermeister Bert Noack weist darauf hin, dass auch Bronze regelmäßig gepflegt werden müsse. Ohne Wartung könnten sich langfristig Schäden bis hin zu Vertiefungen und Löchern entwickeln. Davon sei das Leipziger Marx-Relief derzeit allerdings weit entfernt.
Die beauftragte Firma hat bereits prominente Berliner Kunstwerke wie die Quadriga auf dem Brandenburger Tor und den Neptunbrunnen konserviert. Für den Staatsbetrieb für Immobilien und Baumanagement gehört die Pflege des Reliefs zur regulären Bauunterhaltung der Universität. Zugleich habe die Erhaltung von Kunst am Bau aus DDR-Zeiten eine kulturhistorische Bedeutung. Ziel sei es, solche Zeugnisse auch für spätere Generationen zu bewahren.