Sa., 22.08.2026 , 15:51 Uhr

MDR verteidigt Sparmaßnahmen: Drei Jahre Pause für neue Krimi-Produktionen

MDR-Intendant Ralf Ludwig hat die angekündigten Einschnitte beim Mitteldeutschen Rundfunk verteidigt. Nach seinen Angaben seien die Sparmaßnahmen unvermeidbar. Besonders deutlich werden die Folgen beim Programm: Neue Produktionen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ sollen für drei Jahre ausgesetzt werden.

Weitere 30 Millionen Euro müssen eingespart werden

Nach Angaben Ludwigs muss der MDR bis Ende 2028 bereits 160 Millionen Euro einsparen. Wegen der ausgebliebenen Anpassung des Rundfunkbeitrags kämen weitere 30 Millionen Euro hinzu. Voraussetzung sei dabei bereits eine empfohlene Beitragserhöhung um 28 Cent zum 1. Januar 2027.

Um nicht sämtliche Angebote gleichermaßen zu kürzen, müsse deshalb auch beim Programmbudget gespart werden.

Pause für „Tatort“ und „Polizeiruf 110“

Bereits produzierte oder vertraglich vereinbarte Folgen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ sollen weiterhin ausgestrahlt werden. Neue Produktionen werden allerdings zunächst für drei Jahre nicht beauftragt.

Ob alle bisherigen Darsteller nach der Pause zurückkehren können, sei offen. Auch für den Magdeburger „Polizeiruf 110“ mit Claudia Michelsen könne Ludwig keine Garantie geben.

Ludwig warnt vor Folgen für MDR-Angebote

Der Intendant äußerte sich außerdem zu möglichen Folgen einer Kündigung der Rundfunkstaatsverträge durch eine AfD-geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt. Die AfD wolle beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach Ludwigs Darstellung „Tabula rasa“ machen.

Als mögliche Folgen nannte er unter anderem das Aus für regionale Angebote wie „Sachsen-Anhalt heute“, das Radioprogramm MDR Sachsen-Anhalt oder den MDR-Musiksommer.

MDR kündigt juristische Schritte an

Sollten die Rundfunkstaatsverträge tatsächlich gekündigt werden, will sich der MDR juristisch dagegen wehren. Ludwig kündigte entsprechende rechtliche Schritte an.

Die Debatte über Finanzierung, Sparmaßnahmen und die Zukunft regionaler Angebote dürfte den MDR damit auch in den kommenden Monaten weiter beschäftigen.