Nach Angaben Ludwigs muss der MDR bis Ende 2028 bereits 160 Millionen Euro einsparen. Wegen der ausgebliebenen Anpassung des Rundfunkbeitrags kämen weitere 30 Millionen Euro hinzu. Voraussetzung sei dabei bereits eine empfohlene Beitragserhöhung um 28 Cent zum 1. Januar 2027.
Um nicht sämtliche Angebote gleichermaßen zu kürzen, müsse deshalb auch beim Programmbudget gespart werden.
Bereits produzierte oder vertraglich vereinbarte Folgen von „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ sollen weiterhin ausgestrahlt werden. Neue Produktionen werden allerdings zunächst für drei Jahre nicht beauftragt.
Ob alle bisherigen Darsteller nach der Pause zurückkehren können, sei offen. Auch für den Magdeburger „Polizeiruf 110“ mit Claudia Michelsen könne Ludwig keine Garantie geben.
Der Intendant äußerte sich außerdem zu möglichen Folgen einer Kündigung der Rundfunkstaatsverträge durch eine AfD-geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt. Die AfD wolle beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach Ludwigs Darstellung „Tabula rasa“ machen.
Als mögliche Folgen nannte er unter anderem das Aus für regionale Angebote wie „Sachsen-Anhalt heute“, das Radioprogramm MDR Sachsen-Anhalt oder den MDR-Musiksommer.
Sollten die Rundfunkstaatsverträge tatsächlich gekündigt werden, will sich der MDR juristisch dagegen wehren. Ludwig kündigte entsprechende rechtliche Schritte an.
Die Debatte über Finanzierung, Sparmaßnahmen und die Zukunft regionaler Angebote dürfte den MDR damit auch in den kommenden Monaten weiter beschäftigen.