Do., 18.06.2026 , 15:56 Uhr

Die Gesamtkosten für die Baustufe 4 des Chemnitzer Modells sollen im mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen.

17 Kilometer neue Gleise für die Region: Baustart für Chemnitzer Modell Richtung Limbach-Oberfrohna

Chemnitz- Es ist eines der größten Verkehrsprojekte, dass die Region in den kommenden Jahren beschäftigen wird. Die Erwartungen an die vierte Baustufe des Chemnitzer Modells sind hoch, die Kosten ebenso – und bis zur Fertigstellung wird noch viel Geduld nötig sein. Jetzt wurde mit einem feierlichen Spatenstich offiziell der Startschuss gegeben.

Mit einem Spatenstich, der eigentlich keiner war, gaben die Verantwortlichen am Donnerstag den Startschuss für die Stufe 4 des Chemnitzer Modells. Mit der neuen Strecke soll die Anbindung zwischen Chemnitz und Limbach-Oberfrohna deutlich verbessert werden. Das Vorhaben gilt als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Region und soll den öffentlichen Nahverkehr langfristig attraktiver machen.

Zum feierlichen Baustart war auch Alexander Dierks vor Ort. Der Sächsische Landtagspräsident erklärte im Interview mit Sachsen Fernsehen, dass das Chemnitzer Modell Orte näher zusammenbringe und damit auch dem Tourismus zugutekomme. Zudem zeige es, was es brauche, um den ÖPNV attraktiv zu machen. Das könne man auch an den bisherigen Nutzerzahlen ablesen. Außerdem sei das in Sachsen einzigartige Projekt in schwierigen Zeiten ein wichtiges Signal. Es gehe trotz Krise voran.

Wann der Mammutbau sein Ende finden wird, blieb beim Termin zunächst offen. Laut Mathias Korda, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Mittelsachsen, rechne man mit einer Fertigstellung in den 2030er Jahren. Genauer lasse sich das derzeit nicht beziffern. Denn 17 Kilometer neue Schienenstrecke ließen sich in derart bewegten Zeiten kaum genauer terminieren. Außerdem habe man den Bau in mehrere Phasen aufgeteilt. Zunächst stehe die Gleisverlegung in der Innenstadt im Vordergrund.

Die Baumaßnahme wird die Innenstadt verändern. Darüber wurde auch im Vorfeld an der einen oder anderen Stelle diskutiert. Wenn man Thomas Kütter fragt, sogar sehr intensiv. Aus Sicht des Chemnitzer Baubürgermeisters standen dabei vor allem die Planungen rund um die Brückenstraße im Vordergrund. Man habe außerdem die Architektenkammer mit einbezogen und Erfahrungen aus dem Kulturhauptstadtjahr einfließen lassen.

Auch wenn bis zur Fertigstellung noch viele Jahre vergehen dürften, ist mit dem offiziellen Baustart nun der nächste große Schritt getan. Ob die Mammutmaßnahme am Ende zum Erfolgsprojekt wird, wird die Zeit zeigen. Mit Blick auf die bereits bestehenden Linien des Chemnitzer Modells stehen die Chancen dafür jedoch nicht schlecht. Das Chemnitzer Modell wächst damit weiter und soll künftig noch mehr Menschen in der Region miteinander verbinden.

Die Gesamtkosten für die Baustufe 4 des Chemnitzer Modells sollen im mittleren dreistelligen Millionenbereich liegen. Laut Finanzierungsschlüssel übernimmt der Bund 75 Prozent der Kosten, weitere 15 Prozent trägt der Freistaat Sachsen. Die verbleibenden zehn Prozent werden vom Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen und der Stadt Chemnitz finanziert.