Mo., 04.05.2026 , 15:51 Uhr

Die Wandmalereien sind auch deutschlandweit eine Besonderheit

Verborgene Fresken - Burg Rabenstein zeigt ihre Schätze

Chemnitz- Sie galten lange als verborgenes Juwel: jahrhundertealte Wandmalereien, die selbst Fachleute staunen lassen. Seit 2025 sind sie auf Burg Rabenstein der Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstellung wird Schritt für Schritt weiterentwickelt – jetzt ist die nächste Ausbaustufe eröffnet.

Sie wird gern als kleinste Burg Sachsens bezeichnet und birgt einen Schatz, der im Mittelpunkt einer Dauerausstellung steht. Im Rittersaal der im 12. Jahrhundert erbauten Burg Rabenstein finden sich Fresken mit Jagdmotiven, die vermutlich in ganz Deutschland einzigartig sind. Abseits der Innenstadt gelegen, führten diese lange Zeit ein eher schattiges Dasein.

Das änderte sich 2025: Im Kulturhauptstadtjahr wurden die besonderen Malereien erstmals einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Schon damals stand fest, dass die Ausstellung weiter ausgebaut werden soll. Inzwischen ist sozusagen Stufe 2 des Ausbaus eröffnet worden. Dabei wird gezielt auf die Fresken Bezug genommen. Laut Christiane Meister, Kuratorin für Vermittlung in den Kunstsammlungen Chemnitz, kommen dafür sowohl analoge als auch digitale Techniken zum Einsatz.

Im Mittelpunkt der Ausstellung in Oberrabenstein stehen vor allem die Fresken. Diese nicht durch Vitrinen oder Aufsteller zu verdecken, sei aus Sicht von Dr. Stefan Thiele eine besondere Herausforderung gewesen. Da das ursprüngliche Inventar der Burg nicht mehr erhalten ist, musste der Direktor des Schlossbergmuseums zudem dort nach zeittypischen Relikten für die Schau in Rabenstein suchen. Man sei dabei fündig geworden und zeige die Ergebnisse nun auch.

Die Schau soll in ihrer Aufmachung auch für Familien und damit für Kinder geeignet sein. Laut Christiane Meister wurden dafür ausziehbare Schubladen in einer Höhe konzipiert, sodass die Inhalte auch für Kinder gut zugänglich sind. Außerdem habe man eine der Tierzeichnungen aufgegriffen und kurzerhand zum Maskottchen gemacht.

Stufe 2 des Ausbaus der Ausstellung auf Burg Rabenstein soll jedoch nicht die letzte sein. Geplant sei laut Florence Thurmes, Direktorin der Kunstsammlungen Chemnitz, eine weitere Ausgestaltung der Anlage. Wann und ob die finale Ausbaustufe umgesetzt wird, sei derzeit noch nicht abzusehen – man bemühe sich jedoch, die einzigartige Anlage weiter in Szene zu setzen.

Mit dem zweiten Bauabschnitt gewinnt die Burg Rabenstein weiter an Profil als Ausstellungsort. Die historischen Fresken stehen dabei klar im Mittelpunkt und werden durch moderne Vermittlungsansätze ergänzt. Die Schau ist seit dem 1. Mai geöffnet und noch bis Ende Oktober für Besucher zugänglich.