Chemnitz- Sauberes Trinkwasser ist für die meisten Menschen selbstverständlich. Doch was passiert, wenn durch Klimawandel und Umweltbelastungen immer mehr Stoffe in den Wasserkreislauf gelangen? Damit das Wasser aus dem Hahn auch künftig von den rund 400.000 Menschen in Chemnitz, Mittelsachsen und dem Erzgebirgskreis bedenkenlos getrunken werden kann, wird das Wasserwerk Einsiedel jetzt für 46 Millionen Euro ausgebaut. Es ist die bislang größte Investition des Zweckverbandes Fernwasser Südsachsen. Für Oberbürgermeister Sven Schulze ist das ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft.
Ein symbolischer Grundstein markiert nun den Start eines wichtigen Ausbauschrittes. Er steht für bereits abgeschlossene Arbeiten und wurde gemeinsam mit allen Beteiligten feierlich gesetzt. Laut Steffen Meichßner, technischer Leiter des Projekts, umfasst die Modernisierung eine zweistufige Trinkwasseraufbereitung, die künftig nicht nur die Qualität verbessern, sondern auch die Kapazität um rund 20.000 Kubikmeter erhöhen soll.
Ein zentraler Vorteil der zweistufigen Aufbereitung ist die zusätzliche Sicherheit für die Wasserqualität. Künftig durchläuft das Wasser zwei aufeinanderfolgende Filterschritte. In der neuen Anlage passiert es dabei rund 2,30 Meter hohe Schichten aus Filtersand und Anthrazit. So lassen sich auch Stoffe zuverlässig herausfiltern, die zunehmend durch den Klimawandel ins Rohwasser gelangen.
Das Wasserwerk profitiert dabei von seiner besonderen Lage. Das Trinkwasser stammt aus den Talsperren des Mittleren Erzgebirges, deren Einzugsgebiete streng geschützt sind. Dennoch zeigen Analysen im Abwasser, dass in Chemnitz erhöhte Rückstände einzelner Substanzen nachweisbar sind, darunter auch Crystal Meth. Rückstände solcher Stoffe lassen sich im Wasserkreislauf grundsätzlich nicht vollständig ausschließen. Laut Steffen Meichßner hat dies jedoch keinen Einfluss auf die Trinkwasserqualität, die weiterhin zuverlässig gesichert sei.
Bis 2028 soll die neue Filteranlage fertiggestellt sein. Dann endet ein langer Weg: Sieben Jahre Planung, Abstimmung und Finanzierung gingen dem Baustart voraus. Die Gesamtkosten von 46,3 Millionen Euro werden zur Hälfte vom Freistaat und dem Zweckverband Fernwasser Südsachsen getragen. Am Ende steht ein klares Ziel: Das Wasserwerk Einsiedel soll künftig mehr Trinkwasser aufbereiten können und zugleich besser auf die wachsenden Herausforderungen des Klimawandels vorbereitet sein.