Der Dokumentarfilm „Akte Ray. Die innere Reise eines Verrats“ hat am 2. Oktober in der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden Premiere gefeiert. Im Mittelpunkt steht Ray Zille-Bielß. Viele Jahre nach der Wende erfuhr er, dass seine frühere Lebensgefährtin inoffizielle Mitarbeiterin der Staatssicherheit gewesen sein soll. Die Auseinandersetzung mit seiner Stasiakte und dem möglichen Verrat stürzte ihn nach eigener Aussage in eine psychische Krise. Im Film begibt er sich auf eine persönliche Spurensuche und versucht zu verstehen, was damals geschehen ist.
Regisseurin und Produzentin Andrea Sömmer richtet den Blick dabei nicht nur auf Zille-Bielß’ persönliche Geschichte. Der Film beschäftigt sich auch mit Vertrauen, Verrat und den langfristigen Folgen des DDR-Überwachungsstaates. Sömmer will dabei keine einfache Täter-Opfer-Erzählung schaffen, sondern auch die Rolle des damaligen Systems beleuchten. Nach der rund 50-minütigen Premiere fand in der Gedenkstätte ein Gespräch mit Ray Zille, Andrea Sömmer und Cornelia Herold vom Stasi-Unterlagen-Archiv Dresden statt.