Mi., 29.04.2026 , 15:00 Uhr

Leipzig

Angesprüht und aufgeschlitzt: Unbekannte beschädigen Zirkuszelt

Unbekannte haben in Leipzig ein Zirkuszelt angesprüht und beschädigt. Die Polizei ermittelt.

Leipzig. Unbekannte haben offenbar in der Nacht zu Dienstag das Zirkuszelt des Zirkus Afrika auf dem Jahrtausendfeld in Leipzig-Plagwitz beschädigt. Nach Angaben des Betreibers Renaldo Weisheit wurden das neu angeschaffte Zelt und das Kassenhäuschen großflächig beschmiert. Zudem sollen Teile der Zeltplane aufgeschlitzt worden sein.

Auf dem Zelt sollen unter anderem Schriftzüge wie „Tierschänder*innen“ zu lesen gewesen sein. Auch Symbole, die politisch gedeutet werden könnten, sollen aufgebracht worden sein. Bestätigt ist ein politischer Hintergrund bislang nicht. Bekannt hat sich zu der Tat niemand.

Polizei bestätigt Sachbeschädigung

Gegen 8 Uhr wurde der Vorfall bei der Polizei von Renaldo Weisheit gemeldet. Auf Nachfrage der Redaktion von Sachsen Fernsehen bestätigte die Polizei Leipzig telefonisch, dass das Zelt und das Kassenhäuschen beschädigt wurden. Außerdem seien mehrere Graffitis festgestellt worden. Eine offizielle Polizeimeldung lag zum Zeitpunkt der Beitragserstellung noch nicht vor. Die Ermittlungen laufen wegen Sachbeschädigung.

Zirkusbetreiber Renaldo Weisheit zeigt sich von dem Vorfall getroffen. „Also ich bin geflasht. Ich bin sehr am Boden zerstört, dass man in Leipzig so mit uns umgeht. Und das ist Wahnsinn einfach“, sagt der 47-Jährige im Gespräch mit Sachsen Fernsehen.

Neues Zelt kurz vor der Premiere beschädigt

Der Zirkus Afrika gastiert derzeit auf dem Jahrtausendfeld in Leipzig-Plagwitz und wollte dort in die neue Saison starten. Für Weisheit kommt der Vorfall zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt: kurz vor der Premiere, direkt nach der Winterpause und mit einem neu angeschafften Zelt.

Das Zelt sei nach Angaben des Betreibers noch nicht abbezahlt. Für ein solches Zirkuszelt nennt Weisheit im Interview Kosten von bis zu 60.000 bis 70.000 Euro. Wie hoch der konkrete Schaden ist, muss noch festgestellt werden. Nach Angaben des Betreibers solle dafür ein Sachverständiger hinzugezogen werden.

Auch die Reinigung könnte schwierig werden. Die Zeltplane sei beschichtet, erklärt Weisheit. Lösungsmittel könnten die Oberfläche möglicherweise zusätzlich angreifen. „Das Problem ist, das Lösungsmittel muss sich ja auch verstehen mit der Plane“, sagt er.

Betreiber weist Vorwürfe zurück

Die Schmierereien enthalten offenbar Vorwürfe gegen die Tierhaltung des Zirkus. Renaldo Weisheit weist diese zurück. Im aktuellen Programm seien nach seinen Angaben keine Wildtiere, sondern unter anderem Pferde, Ponys, Kamele, Zebras und eine Ziege dabei.

Außerdem verweist der Betreiber auf eine Kontrolle des Veterinäramts vor der Gastierung in Leipzig. Nach seinen Angaben sei die Tierhaltung dabei geprüft worden. Die entsprechenden Unterlagen zeigte Weisheit Sachsen Fernsehen in seinem Wohnwagen.

Ermittlungen laufen

Wer hinter den Beschädigungen steckt und ob die Tat politisch motiviert sein könnte, ist bislang offen. Für den Zirkus bedeutet der Vorfall nach Angaben des Betreibers nicht nur einen materiellen Schaden. Auch emotional sei die Situation belastend.

Trotz der Beschädigungen soll der Spielbetrieb weitergehen. Der Zirkus Afrika gastiert nach aktuellem Stand bis Mitte Mai in Leipzig. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.