Pflege gilt als anspruchsvoll, körperlich belastend und emotional fordernd. Trotzdem entscheidet sich die 16-jährige Bibi Shahla Ozbek aus Leipzig bewusst für genau diesen Weg. Im Sommer beginnt sie ihre Ausbildung zur Krankenpflegehelferin am Universitätsklinikum Leipzig.
Zum Tag der Pflege zeigt ihre Geschichte, warum sich junge Menschen trotz aller Herausforderungen noch immer für den Pflegeberuf begeistern.
„Es hat mich am meisten motiviert, dass ich Menschen helfe“, sagt die Schülerin. Besonders ein Praktikum in einem Seniorenzentrum habe sie geprägt. Dort habe sie erlebt, wie wichtig kleine Gesten im Alltag sein können und wie viel Dankbarkeit man zurückbekommt.
An der Medizinischen Berufsfachschule des UKL wird sie künftig auf genau diesen Alltag vorbereitet. Andrea Lange, Lehrkraft im Bereich Pflege, weiß, worauf es dabei ankommt. „Eine gute Pflegekraft macht für mich auf jeden Fall ganz viel Empathie aus, ganz viel Beobachtungsgabe“, erklärt sie.
Gleichzeitig verschweigt die Schule die Herausforderungen des Berufs nicht. Nähe zu fremden Menschen, Verantwortung, Schichtdienst und der Umgang mit Krankheit und Tod gehören zum Pflegealltag dazu. Auch Bibi Shahla spricht offen darüber, dass sie davor Respekt hat.
Unterstützt wurde sie auf ihrem Weg von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Leipzig. Berufsberater Marco Drechsler begleitet junge Menschen bei der Orientierung und sieht in der Pflege eine Branche mit Zukunft. „Es wird immer einen hohen Bedarf geben“, sagt er.
Die Zahlen bestätigen das: Im Agenturbezirk Leipzig arbeiteten 2025 rund 16.400 Menschen in Pflegeberufen. Gleichzeitig bleiben viele Stellen unbesetzt. Nachwuchs wird dringend gesucht.
Für Bibi Shahla steht trotzdem vor allem eines im Mittelpunkt: Menschen helfen zu können. Genau das macht den Beruf für sie attraktiv.