„Es war kein gutes Jahr für den Arbeitsmarkt“ – mit dieser offenen Einschätzung beginnt die Bilanz der Bundesarbeitsagentur für 2025. Welche Zahlen dahinterstehen, wer besonders betroffen ist und warum Qualifikation immer wichtiger wird.
Sachsen Fernsehen war vor Ort.
Bei einer Pressekonferenz in Dresden hat die Landesarbeitsagentur Sachsen die Arbeitsmarktdaten für Dezember 2025 sowie die Jahresbilanz vorgestellt. Klaus-Peter Hansen, Chef der Landesarbeitsagentur, sprach dabei von einem „schweren Jahr“, betonte jedoch zugleich die Stabilität des Arbeitsmarktes. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2025 bei 6,9 Prozent – unter schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Nach Angaben von Hansen sei dies ein Erfolg, auch wenn sich die Lage weiter eintrüben könnte. Für 2026 rechnet die Landesarbeitsagentur mit einem Anstieg der Quote auf bis zu 7,5 Prozent. Entscheidend sei, wie gut sich Beschäftigte und Arbeitssuchende an veränderte Anforderungen anpassen.
Unterschiede zeigen sich auch innerhalb Sachsens. Ricardo Donat, Geschäftsführer des Jobcenters Dresden, erklärte im Interview mit Sachsen Fernsehen, dass die aktuellen Entwicklungen im Jobcenter zeitverzögert ankommen. Viele Betroffene hätten zunächst Anspruch auf Arbeitslosengeld und würden sich daher zuerst an die Agentur für Arbeit wenden.
Besonders schwierig sei die Situation für Menschen mit längerer Arbeitslosigkeit, für Alleinerziehende, Frauen sowie Menschen mit Handicap. Diese Gruppen hätten es auf dem Arbeitsmarkt oft schwerer, weil Arbeitgeber Einschränkungen bei Verfügbarkeit oder Flexibilität sehen, so Donat. Das Jobcenter versuche gegenzusteuern – unter anderem mit individueller Beratung, Begleitung zu Vorstellungsgesprächen und gezielten Unterstützungsangeboten.
Ein zentrales Thema der Pressekonferenz war die Qualifikation. Nach Informationen von Sachsen Fernsehen liegt die Arbeitslosenquote bei Akademikern in Sachsen bei etwas über drei Prozent, während sie bei Ungelernten rund 25 Prozent beträgt. Bildung und berufliche Abschlüsse seien damit ein entscheidender Faktor für stabile Beschäftigung.
Auch Migration verändert den Arbeitsmarkt spürbar. Jeder vierte Arbeitslose in Sachsen hat mittlerweile einen Migrationshintergrund. Hansen betonte, dass Integration Zeit und Investitionen brauche, verwies aber auch auf positive Entwicklungen: Die Beschäftigungsquote ukrainischer Geflüchteter habe sich innerhalb eines Jahres deutlich erhöht.
Unterm Strich zeigt die Bilanz: Der Arbeitsmarkt in Sachsen bleibt robust, steht aber vor wachsenden Herausforderungen. Qualifizierung, Integration und Anpassungsfähigkeit werden entscheidend dafür sein, wie gut das Jahr 2026 bewältigt wird.