Fr., 23.01.2026 , 16:35 Uhr

Blut knapp - Krankheitswelle verschärft die Lage

Chemnitz- Schwierige Versorgungssituation bei Blutspenden in Sachsen: Schnee und Eis, dazu eine starke Grippe- und Erkältungswelle führen dazu, dass die Versorgung mit Blutkonserven derzeit stark angespannt ist.

Zahlreiche Blutspendetermine mussten ausfallen oder verzeichneten deutliche Einbrüche. Die Folgen sind dramatisch: Die Blutbestände des Deutschen Roten Kreuzes sind auf ein Minimum geschrumpft, bei einigen Blutgruppen reichen die Vorräte nur noch für ein bis zwei Tage. Kerstin Schweiger, Pressesprecherin des DRK Sachsen, schätzt die aktuelle Lage ein.

Aufgrund der geringen Haltbarkeit der Blutpräparate ist ein schneller Ablauf zwingend erforderlich. Zwischen Blutentnahme, Verarbeitung und dem Transport in die Krankenhäuser liegen gerade einmal eineinhalb Tage. Dabei kann eine einzige Blutspende bis zu drei Menschen helfen.

Warum Blut dennoch nicht einfach auf Vorrat gelagert werden kann, erklärt sich ebenfalls durch die begrenzte Haltbarkeit: Blutplättchen sind beispielsweise nur vier Tage verwendbar und neigen dazu, zu verklumpen, was eine längere Lagerung erschwert. Deshalb wird Blut für den unmittelbaren Bedarf der folgenden Woche gespendet. Bleiben die Spenden in diesem Zeitraum aus, kommt es schnell zu Engpässen.

Im Jahr 2023 wurde das Transfusionsgesetz geändert, sodass es keine Altersobergrenze für die Blutspende gibt. Spenden darf jede gesunde Person ab 18 Jahren mit einem Mindestgewicht von 50 kg, sofern keine Infektion vorliegt. Dennoch nimmt die Zahl der spendewilligen Menschen weiter ab. Als einen der Hauptgründe nennt Kerstin Schweiger den demografischen Wandel.

Um die Versorgungslage schnell zu stabilisieren, ist es nun besonders wichtig, dass die Blutspendetermine in den kommenden Tagen und Wochen gut angenommen werden. Nur so kann es gelingen, gemeinsam aus der aktuell sehr schwierigen Situation herauszukommen.