Mo., 30.03.2026 , 16:41 Uhr

Brandsatz-Prozess neu aufgerollt - Gerichtsfehler zwingt Richter zum Neustart

Chemnitz – Ein schwerer Brandanschlag und trotzdem kein rechtskräftiges Urteil: Vor dem Landgericht Chemnitz muss ein bereits abgeschlossener Prozess komplett neu aufgerollt werden.

Drei Männer sollen Molotow-Cocktails in ein Wohnhaus geworfen und dabei den Tod von Bewohnern in Kauf genommen haben. Sie waren bereits zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Doch der Bundesgerichtshof hob das Urteil auf, wegen eines Verfahrensfehlers. Auslöser war ein Verstoß gegen das Öffentlichkeitsgebot: Ein Zuschauer wurde nach unerlaubten Fotoaufnahmen aus dem Saal ausgeschlossen. Laut Gericht ein formaler Fehler mit weitreichenden Folgen. Jetzt beginnt der Prozess von vorn: mit neuer Kammer, neuen Terminen und offenem Ausgang. Bis zu einer neuen Entscheidung gilt für die Angeklagten wieder die Unschuldsvermutung.