Mi., 24.06.2026 , 17:23 Uhr

CDU Kandidat für Leipziger OBM Wahl 2027 in Leipzig steht fest

CDU nominiert Michael Weickert für die OBM-Wahl 2027

Die Leipziger CDU hat Michael Weickert als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2027 nominiert. Der 36-Jährige erhielt bei der Mitgliederversammlung 88 von 96 Stimmen. Damit setzt die Partei auf einen Kandidaten, der seit Jahren im Leipziger Stadtrat aktiv ist und seit 2023 die CDU-Fraktion führt.

Weickert selbst bezeichnete die Kandidatur als „die größte Ehre meines politischen Lebens“. Für die CDU ist die Wahl nach drei Amtszeiten von Burkhard Jung mehr als eine Personalentscheidung. Sie sieht darin die Chance auf einen politischen Wechsel im Rathaus.

CDU-Kreisvorsitzender Andreas Nowak spricht von einer Richtungsentscheidung. Leipzig müsse entscheiden, „ob es weiter so gehen soll wie bisher oder ob wir unsere Stadt weiterentwickeln“. Weickert stellt vor allem Verwaltung, Wohnen, Sicherheit, Wirtschaft und Verkehr in den Mittelpunkt.

Beim Haushalt setzt er auf eine Reform der Stadtverwaltung. Die CDU schlägt vor, die Zahl der Dezernate von acht auf sechs zu reduzieren. Als Beispiel nennt Weickert die Kfz-Zulassung, bei der viele Leipziger lange Wartezeiten erleben.

Auch beim Wohnungsmarkt setzt Weickert auf eine klare Linie: mehr bauen, mehr Bauland und schnellere Genehmigungen. Enteignungen lehnt er ab. Offen bleibt, wie schnell dadurch tatsächlich bezahlbarer Wohnraum entstehen kann.

Beim Verkehr spricht Weickert auch über langfristige Großprojekte wie einen zweiten City-Tunnel. Der wäre allerdings nicht allein vom Rathaus abhängig, sondern bräuchte Unterstützung von Bund, Land, Bahn und Region.

Damit zeichnet sich das Profil des CDU-Kandidaten ab: mehr Ordnung im öffentlichen Raum, eine schlankere Verwaltung, stärkere Wirtschaft und größere Infrastrukturpläne. Entscheidend wird im Wahlkampf sein, wie Weickert diese Ziele mit der angespannten Finanzlage der Stadt verbinden will und ob er über die eigene Partei hinaus Mehrheiten gewinnen kann.

Leipzig wählt am 21. Februar 2027. Nach der Ära Jung geht es dabei nicht nur um ein neues Gesicht im Rathaus, sondern um die Frage, welchen politischen Kurs die Stadt künftig einschlägt.