Chemnitz- Seit Jahren wird über schnellere Züge zwischen Chemnitz und Leipzig diskutiert. Doch bis heute fehlen Geld, konkrete Zeitpläne und teilweise sogar die Elektrifizierung der Strecke. Deshalb waren heute Vertreter aus Bund, Land, Deutscher Bahn und Stadt Chemnitz zu einem gemeinsamen Termin am Chemnitzer Hauptbahnhof zusammengekommen.
Im Mittelpunkt standen der Ausbau der Bahnstrecke Leipzig–Chemnitz und die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in Chemnitz. Mit dem Zug aus Leipzig angereist war auch Ulrich Lange, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr. Für ihn sei es wichtig gewesen, die Strecke selbst zu erleben – auch, um die Herausforderungen besser einschätzen zu können.
Vor allem der südliche Abschnitt ist bereits über den Bundesverkehrswegeplan abgesichert. Für den nördlichen Teil sollen Bund und Freistaat Sachsen nun gemeinsam nach Lösungen suchen – unter anderem über Förderprogramme und mögliche Kofinanzierungen. Auch Sachsens Staatsministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung Regina Kraushaar sprach von einem wichtigen Schritt für das Projekt. Grundlage dafür ist eine neue Machbarkeitsstudie, die jetzt ausgewertet wird.
Dabei gehe es nicht nur um einzelne Gleise oder Oberleitungen, sondern um eine attraktive Verbindung für Pendler, Studenten und Reisende. Auch Ulrich Lange betonte, dass das Projekt jetzt pragmatisch vorangebracht werden müsse. Dass der Bund den Termin direkt vor Ort begleitet hat, bewertet Regina Kraushaar positiv. Gerade praktische Eindrücke seien wichtig, um Projekte in Berlin besser einordnen zu können. Nach den Pressestatements ging es für die Delegation weiter zum Chemnitzer Modell am Hauptbahnhof. Dort stellte der Verkehrsverbund Mittelsachsen die Weiterentwicklung des Nahverkehrssystems vor. Ziel des Projekts ist es, Stadt und Region besser miteinander zu verbinden.
Anschließend besuchten Ulrich Lange und Regina Kraushaar die Baustelle des Chemnitzer Modells am Zentrumsring. Dort entsteht derzeit die sogenannte Stufe 4 des Projekts – eines der wichtigsten Infrastrukturvorhaben für den öffentlichen Nahverkehr in Chemnitz. Für Regina Kraushaar spielt der Ausbau des ÖPNV dabei eine zentrale Rolle – nicht nur für Großstädte, sondern auch für ländliche Regionen in Sachsen.