Chemnitz- Ein Karl-Marx-Kopf aus Pappe, eine Open-Air-Bühne am Spinnbau und Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt. Ein halbes Jahr nach dem Kulturhauptstadtjahr zeigt sich die Stadt erneut von ihrer kulturellen Seite. Wer dachte, nach 2025 würde es ruhiger werden, der irrt. Bis zum 05. Juli 2026 ist Deutschlands größtes Festival für internationale Bühnenkünste zu Gast und bringt Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt zusammen.
Zwischen Opernhaus, Spinnbau und Hartmannfabrik treffen in den kommenden Wochen ganz unterschiedliche künstlerische Handschriften, Perspektiven und Lebenswelten aufeinander. Das Festival zeigt Produktionen aus verschiedenen Kontinenten und Kulturräumen. Viele davon beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Fragen, Identität, Wandel und Zusammenhalt.
Dabei sollen nicht nur eingefleischte Theaterfans auf ihre Kosten kommen. Mit "Paper Planet" bietet das Festival großen und kleinen Besucherinnen und Besuchern einen besonderen Erlebnisraum. In der Hartmannfabrik entsteht eine fantasievolle Welt aus Papier und Pappe – ein Ort, an dem Kinder selbst zu Entdeckern und Kreativen werden können.
Während in der Hartmannfabrik fleißig gebaut, gebastelt und gespielt wird, ist die Freude auch bei den Beteiligten groß. Claudia Acker vom Chemnitzer Figurentheater hat „Paper Planet“ mitgestaltet und begleitet die Kinder vor Ort durch die fantasievolle Papierlandschaft. Für die Figurenspielerin ist die Teilnahme an „Theater der Welt“ etwas ganz Besonderes.
Dabei bleibt es nicht nur bei Mitmachaktionen für die Kleinsten. Rund um die insgesamt 33 Vorstellungen lädt das Festival auch an anderer Stelle zum Entdecken und Mitmachen ein. Herzstück ist das Festivalzentrum im Spinnbau: Dort gibt es an jedem Abend bei freiem Eintritt DJ-Sets, Konzerte und Gesprächsformate mit den internationalen Kuratorinnen und Kuratoren. Festivalintendant Christoph Dittrich setzt dabei bewusst auf mehr als den klassischen Theaterabend und will das Festival auch abseits der Bühne zum Erlebnis machen.
Ob auf der großen Bühne, zwischen Pappskulpturen in der Hartmannfabrik oder bei Konzerten und Gesprächen im Spinnbau – "Theater der Welt" bringt in Chemnitz Menschen zusammen. Mit einem vielfältigen Programm möchte das Festival neue Perspektiven eröffnen und Theater weit über den klassischen Bühnenraum hinaus erlebbar machen. So zeigt Chemnitz einmal mehr, dass die internationale Aufmerksamkeit nicht mit dem Kulturhauptstadtjahr endete.