Di., 09.06.2026 , 16:56 Uhr

Debatte um sichere Schwimmer im Freibad

Chemnitz- Sommer, Sonne, Freibad. Für viele Kinder und Jugendliche gibt es an heißen Tagen kaum einen schöneren Ort. Doch hinter den Kulissen wächst die Sorge. Immer häufiger wird darüber diskutiert, ob junge Badegäste ausreichend schwimmen können, um sich sicher im Wasser zu bewegen.

Der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister fordert deshalb strengere Regeln. Wer unter 16 Jahre alt ist und kein Schwimmabzeichen nachweisen kann, soll künftig nur noch gemeinsam mit seinen Eltern ins Freibad dürfen. Ganz vom Tisch wischt die DLRG diesen Vorschlag nicht. Tatsächlich ist für die Rettungsschwimmer nicht jedes Schwimmabzeichen automatisch ein Beleg dafür, dass sich Kinder sicher im Wasser bewegen können. Viele Eltern verbinden das Seepferdchen bereits mit einer gewissen Sicherheit. Laut Sebastian Klink vom DLRG reicht das allerdings nicht aus.

Für die DLRG gilt deshalb erst das Bronze-Abzeichen als Nachweis für sicheres Schwimmen. Doch genau an diesem Punkt beginnt aus Sicht der Wasserretter die eigentliche Diskussion. Denn wer ein solches Abzeichen zur Voraussetzung macht, muss Kindern und Jugendlichen auch die Möglichkeit geben, es überhaupt zu erwerben.

Und genau dort gibt es vielerorts Nachholbedarf. Auch in Chemnitz ist die Nachfrage nach Schwimmkursen seit Jahren hoch. Die DLRG fordert deshalb nicht nur mehr Schwimmunterricht, sondern auch zusätzliche Wasserzeiten für Vereine und Schwimmschulen. Noch größer sind allerdings die Bedenken, wenn Jugendliche ohne Schwimmabzeichen künftig möglicherweise nicht mehr ins Freibad dürfen. Denn die Alternative könnte aus Sicht von Sebastian Klink deutlich gefährlicher sein 

Anders als im Freibad gibt es dort keine Aufsicht, keine Rettungsschwimmer und oft schwer einschätzbare Bedingungen. Die DLRG sieht deshalb die Gefahr, dass eine gut gemeinte Regelung am Ende sogar neue Risiken schaffen könnte. Für die Rettungsschwimmer steht deshalb fest: Mehr Sicherheit entsteht nicht allein durch Vorschriften. Auch Eltern bleiben in der Verantwortung.

Ob sich die Forderung nach einem verpflichtenden Schwimmabzeichen bundesweit durchsetzen wird, ist derzeit offen. Die Diskussion zeigt jedoch schon jetzt, wie groß der Handlungsbedarf beim Thema Schwimmausbildung ist. 

Die DLRG empfiehlt unabhängig von möglichen neuen Regeln, die eigenen Schwimmfähigkeiten realistisch einzuschätzen und möglichst nur dort baden zu gehen, wo eine Aufsicht vorhanden ist. Denn Sicherheit am Wasser beginnt nicht erst im Freibad – sondern mit dem sicheren Schwimmen.