Chemnitz – Nach zehn Jahren an der Spitze verabschiedet sich der Leiter der Chemnitzer Bundesbank-Filiale in den Vorruhestand. Doch was passiert eigentlich hinter der markanten Glasfassade mitten in der Stadt? Warum spielt der Standort für die Region eine wichtige Rolle – und hat Bargeld überhaupt noch eine Zukunft?
In Chemnitz wird mehr Bargeld ausgezahlt als in München. Klingt überraschend – zeigt aber, welche Rolle Scheine und Münzen in der Region noch immer spielen. Eine wichtige Adresse dafür ist die Bundesbank-Filiale im Park der Opfer des Faschismus. Und dort gibt es jetzt einen Wechsel an der Spitze. 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen in der Filiale dafür, dass Banken und Unternehmen in Südwestsachsen mit Bargeld versorgt werden. Angelieferte Scheine werden außerdem auf Echtheit und Beschädigungen geprüft. Geld gedruckt wird hier dagegen nicht.
Laut Sachsens Finanzminister Christian Piwarz ist die Bundesbank-Filiale deshalb ein wichtiger Standort für Chemnitz und die gesamte Region.
Zehn Jahre lang leitete Markus Feilhuber die Chemnitzer Filiale. Seit 1991 arbeitet er für die Deutsche Bundesbank, seit 1995 in Chemnitz. In dieser Zeit erlebte er unter anderem die Euro-Einführung und 2004 den Umzug in das heutige Gebäude. Jetzt geht der 58-Jährige in den Vorruhestand. Für den bisherigen Filialleiter Markus Feilhuber endet damit nach mehr als drei Jahrzehnten bei der Bundesbank ein langes berufliches Kapitel. Gleichzeitig freut er sich darauf, nun einen neuen Weg einzuschlagen.
Sein Nachfolger wird David Slomka. Der 51-Jährige aus Leipzig kennt das Bargeldgeschäft von Grund auf und übernimmt nun die Verantwortung für die Chemnitzer Filiale. Für den neuen Filialleiter David Slomka geht es jetzt darum, den Standort sicher in die Zukunft zu führen. Dabei hat er klare Ziele für seine neue Aufgabe.
Und obwohl immer häufiger mit Karte, Smartphone oder Smartwatch bezahlt wird, spielt Bargeld weiter eine wichtige Rolle. Selbst D-Mark werden in Chemnitz noch fast täglich in Euro umgetauscht. Für Guido Müller, Präsident der Bundesbank-Hauptverwaltung in Sachsen und Thüringen, bleibt Bargeld deshalb auch in einer zunehmend digitalen Welt unverzichtbar.
Mit David Slomka beginnt damit ein neues Kapitel in der Chemnitzer Bundesbank-Filial, an einem Standort, der zeigt: Auch im digitalen Zeitalter sind Scheine und Münzen noch längst nicht Geschichte.