Chemnitz- Kinder, die um ihr überleben kämpfen. Eltern zwischen Angst und Hoffnung. Auf der Frühgeborenen-Intensivstation herrscht meist eine angespannte Atmosphäre. In grauen, sterilen Krankenhausfluren tragen Ärzte und Pflegekräfte eine enorme Verantwortung: Sie kämpfen um das Leben der kleinsten Patientinnen und Patienten. Eltern betreten die Station mit Sorge und Hoffnung. Sie kommen in einen Raum voller Technik, Monitore und Kabel. Und mittendrin: ein winziger Mensch. Gerade in diesen schweren Momenten soll nun Farbe neue Kraft schenken. Schluss mit tristen Wänden – im Klinikum Chemnitz erwecken farbenfrohe Graffiti-Kunstwerke die Frühchen-Intensivstation zum Leben. Für Mitsponsor Christian Frank vom Verein Lukas Stern e. V. ist es ein Herzensprojekt.
Das Pflegeteam ist den Kleinsten besonders nah und begleitet auch die Eltern durch diese herausfordernde Zeit. Für Katrin Höpner, Pflegebereichsleitung der Neonatologie und pädiatrischen Intensivstation, ist ein möglichst angenehmes Umfeld daher besonders wichtig. An den Wänden sind nun Tiermotive zu sehen, die Ruhe und Wärme ausstrahlen. Vielleicht sind es genau diese Bilder, an die sich Familien später erinnern werden.
Der Alltag auf der Intensivstation ist geprägt von schnellen Entscheidungen und höchster Konzentration. Für Katrin Höpner und ihr eingespieltes Team ist genau das tägliche Realität.
Ermöglicht wurde das Projekt durch den Verein Lukas Stern e. V. und die Niners Chemnitz. Gemeinsam unterstützten sie die Idee des Stationsteams, die weißen Wände von ihrer kühlen Atmosphäre zu befreien. Unter dem Motto „Die ganz Großen für die ganz Kleinen“ entstanden Kunstwerke, die in entscheidenden Momenten Hoffnung schenken sollen. Christian Frank ist überzeugt: Es kann jede Familie treffen und deshalb sei es wichtig, etwas zurückzugeben.
Die Werke der beiden Graffiti-Künstler aus Halle sind nun vollendet. Für die Eltern der Frühchen sind die bunten Flure mehr als nur Farbe an der Wand – sie schenken Ruhe, Hoffnung und einen Moment des Durchatmens in einer Zeit voller Ungewissheit.