Festivalleiter Christoph Terhechte betont die besondere Atmosphäre des Kinos:
Nur im Kino ist wirklich eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit anderen Menschen möglich – und auf einem Festival sogar mit den Schöpfern der Filme selbst.
Inhaltlich widmet sich das Festival in diesem Jahr vor allem Themen wie Klima, Tierwelt und persönlichen Geschichten. Besonders im Fokus stehen zwei Filme:
„Intersection“ – ein interaktiver Film über Ungleichheit, in dem Betroffene erzählen, wie sie trotz Diskriminierung für Gleichberechtigung kämpfen.
„Balentes“ – nach einer Erzählung aus dem Jahr 1940 auf Sardinien, in dem zwei Jungen versuchen, ihre Pferde vor dem Krieg zu retten.
Trotz Streamingdiensten wie Netflix bleibt das Festival ein Ort der Begegnung, sagt Terhechte:
Man sitzt gemeinsam im Saal, erlebt die Reaktionen anderer – das schafft eine Diskussionskultur, wie sie online kaum möglich ist.
Nach über 60 Jahren bleibt das DOK Leipzig Deutschlands größtes Dokumentarfilmfestival – trotz finanzieller Herausforderungen.
Wir mussten kämpfen, um die Mittel zu sichern. Teilweise müssen Filmschaffende ihre Reise selbst finanzieren, so Terhechte.
Für ihn ist es die letzte Festivalausgabe als Leiter, er zieht sich aus privaten Gründen zurück. Seine Hoffnung: mindestens so viele Besucher wie im Rekordjahr 2023 – 55.000 Leipzigerinnen und Leipziger.
Das Festival läuft noch bis zum 2. November. Kostenlose Vorführungen gibt es im Leipziger Hauptbahnhof und im Polnischen Institut, ebenso wie frei zugängliche VR-Ausstellungen im Museum der bildenden Künste.