Do., 19.02.2026 , 14:57 Uhr

Zu den konkreten Vorwürfen äußert sich die Universität mit Verweis auf die Verfahrensvertraulichkeit nicht.

Doktortitel aberkannt - Thüringens Ministerpräsident zweifelt Verfahren von TU Chemnitz an

Chemnitz- Der Entzug des Doktortitels bringt Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) politisch unter Druck und wirft zugleich Fragen zum Verfahren selbst auf. Während Voigt von nachträglich veränderten Maßstäben spricht, betont die TU Chemnitz die Rechtmäßigkeit ihres Vorgehens.

Der Entzug des Doktortitels von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) sorgt weiterhin für Diskussionen. Voigt wirft der Technischen Universität Chemnitz vor, im laufenden Plagiatsverfahren nachträglich die Bewertungsmaßstäbe geändert zu haben. Die Universität weist diesen Vorwurf zurück. Voigt beruft sich zudem auf ein externes Gutachten, das seine Dissertation als wissenschaftlich ausreichend bewertet habe. Erst danach seien im Mai 2025 neue Maßstäbe eingeführt und auf seine Arbeit angewendet worden. Eine solche Änderung der „Spielregeln“ sei ungewöhnlich. Die TU Chemnitz hatte jedoch bereits darauf hingewiesen, dass das Gutachten in die Abwägung einbezogen wurde, jedoch nicht alleinige Grundlage der Entscheidung sei. Die TU Chemnitz bestätigt, dass während des Verfahrens eine neue Promotionsordnung in Kraft trat. Inhaltliche Änderungen habe es jedoch nicht gegeben, sondern lediglich sprachliche Anpassungen sowie aktualisierte gesetzliche Verweise. Ein zusätzlich erarbeitetes Grundlagenpapier diene lediglich als Orientierung bei Plagiatsprüfungen.

Zu den konkreten Vorwürfen äußert sich die Universität mit Verweis auf die Verfahrensvertraulichkeit nicht. Voigt hat Widerspruch eingelegt und will notfalls vor dem Verwaltungsgericht Chemnitz klagen. Eine Entscheidung könnte sich über Monate hinziehen. (mit dpa)