Dresden. Junge Menschen in Studium und Ausbildung sind nach Einschätzung von Sachverständigen eine der Gruppen, die während der Corona-Pandemie zu wenig beachtet wurden. Bei einer Anhörung der Enquete-Kommission Pandemie im Sächsischen Landtag wurde deutlich, wie stark die Folgen bis heute nachwirken.
Vor allem psychische Belastungen, fehlende soziale Bindungen und Defizite in Ausbildung und Berufsorientierung standen im Mittelpunkt der Sitzung. Tina Horlitz vom Studentenwerk Chemnitz-Zwickau schilderte im Gespräch, dass viele Studierende heute zwar neue Kontakte knüpfen könnten, es ihnen aber schwerfalle, daraus stabile Beziehungen und Vertrauen entstehen zu lassen. Die während der Pandemie erlebte Isolation wirke damit in vielen Fällen bis in die Gegenwart hinein.
Auch Vertreter aus beruflicher Bildung und Hochschulen beschrieben strukturelle Schwächen. Anja Unger, Leiterin des BSZ Agrarwirtschaft und Ernährung Dresden, machte deutlich, dass gerade Klassen der Berufsvorbereitung aus ihrer Sicht nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Torsten Köhler von der IHK Dresden erklärte zudem, dass berufliche Bildung in vielen Entscheidungsprozessen nicht konsequent mitgedacht worden sei. Professor Andreas Franze von der HTW Dresden betonte, dass es vor Ort zwar viel Engagement gegeben habe, häufig aber schnelle rechtliche Klarheit, eine abgestimmte Steuerung und transparente Kommunikation gefehlt hätten.