Mehr Wasser, mehr Geländegängigkeit und bessere Einsatzstrukturen: Sachsen stellt sich beim Waldbrandschutz breiter auf. Bei der offiziellen Übergabe von 15 neuen Feuerwehrfahrzeugen wurde deutlich, wie stark die großen Brände der vergangenen Jahre den Katastrophenschutz verändert haben. Sachsen Fernsehen war vor Ort.
Am 04.05.26 hat Sachsens Innenminister Armin Schuster 15 Spezialfahrzeuge für den Wald- und Vegetationsbrandschutz offiziell in Dienst gestellt. Übergeben wurden zehn Tanklöschfahrzeuge Wald und fünf Großtanklöschfahrzeuge. Die Fahrzeuge sind Teil der strategischen Waldbrandschutzkonzeption des Freistaats, die 2023 vorgestellt wurde. Für Investitionen in den Waldbrandschutz stehen Sachsen bis 2026 insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung.
Schuster verwies im Gespräch mit Sachsen Fernsehen auf die Erfahrungen aus den großen Waldbränden in der Gohrischheide und der Sächsischen Schweiz. Was damals noch als Ausnahmelage wahrgenommen worden sei, sei inzwischen „fast ein Stück Normalität geworden“, so der Innenminister. Die neuen Fahrzeuge sollen genau auf solche Lagen vorbereiten: Sie sind geländegängig, führen große Mengen Löschwasser mit und sind für Einsätze abseits befestigter Straßen ausgelegt.
Die Tanklöschfahrzeuge Wald verfügen über einen 4.500-Liter-Löschwassertank und eine Selbstschutzanlage. Zusätzliche Wassersprühanlagen über der Kabine sowie ein separater Atemschutz im Innenraum sollen die Einsatzkräfte in gefährlichen Situationen schützen. Die Großtanklöschfahrzeuge bringen noch größere Wassermengen an die Einsatzstelle und sollen vor allem dort helfen, wo die Wasserversorgung schwierig ist.
Mit der Übergabe können drei weitere Katastrophenschutzeinheiten künftig als spezialisierte Löschzüge für Waldbrände eingesetzt werden. Diese bestehen jeweils aus einem Großtanklöschfahrzeug und mehreren Tanklöschfahrzeugen. Fahrzeuge gehen unter anderem an die Landkreise Görlitz, Leipzig, Nordsachsen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.
Wie diese neue Struktur in der Praxis funktionieren soll, erklärte Michael Schreiber, Zugführer im Katastrophenschutz-Löschzug Waldbrand des Erzgebirgskreises, im Interview mit Sachsen Fernsehen. Im Einsatz sollen die Fahrzeuge nicht einzeln ausrücken, sondern als geschlossener Verband alarmiert und eingesetzt werden — je nach Lage im eigenen Landkreis oder auch darüber hinaus.
Für die Feuerwehren bedeutet die neue Technik zugleich Ausbildung und Vorbereitung. Die Einsatzkräfte müssen sich mit Fahrzeugen, Material und Führungsabläufen vertraut machen. Denn ob die neuen Löschzüge im Ernstfall ihre volle Wirkung entfalten, entscheidet sich nicht bei der Übergabe, sondern später im Einsatz.