Ein Streit in einer Dresdner Straßenbahn, ein Eingreifen aus Zivilcourage und eine schwere Verletzung im Gesicht: Der Fall John Rudat beschäftigt weiter das Landgericht Dresden. Sachsen Fernsehen war vor Ort.
Vor der Jugendkammer wird seit Ende April gegen zwei 21-jährige Angeklagte verhandelt. Ihnen wird unter anderem gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, einem der beiden auch schwere Körperverletzung. Laut Anklage soll Majd A. zunächst mit seiner damaligen Freundin gestritten haben. Als sie sich weg und in die Nähe von John Rudat und dessen Freunden setzte, soll er ihr gefolgt sein und auf sie eingeschlagen haben. Rudat soll eingegriffen haben, woraufhin sich die Gewalt gegen ihn gerichtet haben soll.
Nach zunächst beruhigter Lage soll Ismail H. dem damals 20-jährigen US-Amerikaner mit einem Cuttermesser quer durchs Gesicht geschnitten haben. Rudat musste mehrere Tage im Krankenhaus behandelt und an Nase und Mund operiert werden. Die Narbe ist bis heute sichtbar.
„Der Vorsitzende hat bereits angedeutet, dass ein Urteil voraussichtlich erst Anfang Juni gefällt werden wird“, sagte Andreas Feron, Pressesprecher und Vorsitzender Richter am Landgericht Dresden, im Interview mit Sachsen Fernsehen. Grund seien Terminschwierigkeiten mit einem medizinischen Sachverständigen. Bis zu einem Urteil gilt für beide Angeklagte die Unschuldsvermutung.