Di., 05.05.2026 , 14:56 Uhr

Für Leon bedeutet diese Baustelle weit mehr als nur Beton und Baulärm: Hier entsteht seine eigene Wohnung und damit ein großes Stück Selbstständigkeit.

Ein Zuhause für Leon: Wie ein Herzensprojekt Wirklichkeit wird

Chemnitz- Der 18-Jährige Leon aus Wittgensdorf lebt seit seiner Kindheit mit einer schweren Erkrankung. Viele Dinge im Alltag sind für ihn nur mit Unterstützung möglich. Genau das soll sich jetzt ändern. Denn aktuell entsteht eine barrierefreie Wohnung, die ihm künftig mehr Selbstständigkeit ermöglichen soll.

Ein Wunsch, der für viele selbstverständlich klingt – für Leon aus Chemnitz aber lange unerreichbar schien. Der 18-Jährige leidet an einer seltenen Genmutation und musste seit seiner Kindheit immer wieder gegen Krebs kämpfen. Bereits im Januar waren wir vor Ort – damals noch in der Planungsphase. Vieles war zu diesem Zeitpunkt noch ungewiss. Heute ist daraus eine Baustelle geworden. Kabel hängen aus den Wänden, es riecht nach Beton, Handwerker sind bei der Arbeit. Und Schritt für Schritt nimmt Leons Traum vom eigenen Zuhause Gestalt an. Nach vielen Monaten Planung hat der Umbau nun endlich begonnen. Ein kleiner Lichtblick auf für seine Mutter Romy Kühnert.

Noch ist hier alles Rohbau. Doch für Leon bedeutet diese Baustelle weit mehr als nur Beton und Baulärm: Hier entsteht seine eigene Wohnung – und damit ein großes Stück Selbstständigkeit. Möglich gemacht wird das Ganze durch den Verein Lukas Stern e.V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, schwer erkrankten Menschen einen Herzenswunsch zu erfüllen. Für Leon ist das der Wunsch nach einem Leben in den eigenen vier Wänden. Ein großer Schritt – für ihn und seine Familie, vor allem für seine Mutter Romy Kühnert. Denn Leons Alltag ist bislang stark von Unterstützung geprägt.

Derzeit wohnen Leon und seine Familie im ersten Obergeschoss, das nur über eine Treppe erreichbar ist. Für Leon werden diese Wege krankheitsbedingt jedoch zunehmend zur Herausforderung. Deshalb wird die kleine Einliegerwohnung direkt darunter für ihn ausgebaut. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Barrierefreiheit. Laut Architekt Christoph Weigel ist sie die Grundlage dafür, dass Leon künftig trotz seiner schweren Erkrankung möglichst selbstständig leben kann.

Doch trotz aller Fortschritte bringt der Umbau auch Herausforderungen mit sich. Denn es geht nicht nur darum, Wohnraum zu schaffen, sondern darum, die Wohnung ganz genau auf Leons Bedürfnisse abzustimmen.

Und auch über den Bau hinaus gibt es noch viel zu tun. Denn damit aus der Baustelle ein echtes Zuhause wird, braucht Leon natürlich auch eine Küche und passende Möbel. Für alle Beteiligten ist klar: Dieses Vorhaben ist weit mehr als ein gewöhnlicher Umbau – es ist ein echtes Herzensprojekt.

Leons Einzug ist für September geplant. Für seine Mutter steht dabei vor allem ein Wunsch im Mittelpunkt: dass ihr Sohn in seinem neuen Zuhause nicht nur ankommt, sondern sich dort auch wirklich zuhause fühlt.

Noch ist es eine Baustelle. Wände entstehen, Leitungen werden verlegt, vieles ist im Aufbau. Doch mit jedem Tag wächst hier mehr als nur eine Wohnung: Es entsteht ein Ort, der Leon ein Stück Selbstständigkeit und Lebensqualität schenken soll.