Mo., 26.01.2026 , 16:30 Uhr

Noch ist viel zu tun, bis Leon in seine neue Wohnung einziehen kann. Doch der erste Schritt ist gemacht.

Eine Wohnung für Leon - Helfer ermöglichen pflegegerechten Umbau

Chemnitz- Ein schwerkranker junger Mensch soll in Wittgensdorf ein Zuhause bekommen, das Pflege ermöglicht und dennoch Raum für ein eigenes Leben lässt. Ein Vorhaben, das selbst erfahrene Helfer vor besondere Herausforderungen stellt. Denn der Umbau kostet Geld – eine Ressource, die bei der Familie äußerst knapp ist.

Das Aufgabengebiet des Lukas Stern e. V. ist klar umrissen. Das Team um Christian Frank hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen zu helfen, die auch die Bereiche abseits der Sonnenseite des Lebens meistern müssen. Was jedoch in Wittgensdorf umgesetzt werden soll, ist für den Verein Neuland. Leon Kühnert ist 18 Jahre alt und leidet an einer seltenen Genmutation, die das Risiko für Krebserkrankungen drastisch erhöht. Der erste Tumor musste bereits im Alter von vier Jahren entfernt werden – er war etwa so groß wie ein Tischtennisball. Die Krankheit sorgt dafür, dass Leon auf Hilfe angewiesen ist – praktisch rund um die Uhr. Die derzeitige Wohnung der Familie liegt zudem im ersten Obergeschoss und ist nur über eine Treppe erreichbar, die Leon krankheitsbedingt immer schwerer nutzen kann. Eine Lösung gäbe es zwar, bislang jedoch nur theoretisch: Mutter und Sohn bewohnen ein Gebäude, das Platz für eine kleine Einliegerwohnung bietet. Doch der Umbau ist teuer – vor allem aufgrund von Leons Gesundheitszustand.

Die Dimension dieses Hilfseinsatzes ist auch für den Lukas Stern e. V. neu. Das Team hat in der Vergangenheit bereits vieles möglich gemacht – doch bei der Mission, eine barrierearme Wohnung für Leon zu schaffen, kommen selbst die erfahrensten Helfer an ihre Grenzen. Dass es nun dennoch losgehen kann, ist auch dem Einsatz zweier Männer zu verdanken: Tillmann und Christoph Weigel. Kommissar Zufall brachte die Cousins mit Christian Frank zusammen – ursprünglich wegen eines anderen Projekts. Dort wurde jedoch keine Hilfe mehr benötigt, und so rückte Leons Wohnsituation in den Fokus. Dass Tillmann Weigel den Wohnungsbau unterstützt, sei für den Geschäftsführer eines Immobilienservices eine Selbstverständlichkeit. Er habe im Leben viel erreicht, und wer einen Platz auf der Sonnenseite des Lebens habe, der müsse auch etwas zurückgeben. Wer auf der Sonnenseite des Lebens stehe, müsse auch etwas zurückgeben. Für Cousin Christoph Weigel war ebenfalls schnell klar, dass geholfen werden muss. Der Architekt steuerte den Bauplan bei. Das sei kein großes Ding gewesen – im Gegenteil: Dafür zu sorgen, dass Leons Wunsch erfüllt werden kann, sei Ehrensache.

Für Tillmann und Christoph Weigel eine Selbstverständlichkeit. Für Romy Kühnert hingegen ein unglaublicher Glücksfall. Dass es nun tatsächlich losgeht, könne sie noch gar nicht richtig begreifen. Leon selbst verbindet mit dem Projekt vor allem eines: ein Stück mehr Freiheit. Die erste eigene Wohnung markiert für ihn einen neuen Lebensabschnitt.

Noch ist viel zu tun, bis Leon in seine neue Wohnung einziehen kann. Doch der erste Schritt ist gemacht – und der ist bekanntermaßen oft der wichtigste. Ganz in trockenen Tüchern ist das Projekt allerdings noch nicht: Finanziert ist bislang nur der Umbau. Für die Ausstattung der Wohnung braucht es weiterhin Unterstützung. Der Verein hofft deshalb auf weitere Spenden – damit aus dem Plan am Ende auch ein echtes Zuhause wird.