Mi., 23.07.2025 , 17:01 Uhr

Der letzte Pfeiler fällt

Endspurt beim Abriss der Carolabrücke

Dresden – Der Rückbau der eingestürzten Carolabrücke in Dresden nähert sich seinem Ende. Die Reste der Brückenzüge A und B sind nahezu vollständig abgetragen, aktuell erfolgt auf der Neustädter Seite das Zerkleinern und Abtransportieren des verbliebenen Materials. Selbst der zentrale Pfeiler, zunächst als stehenbleibend geplant, wird noch abgebrochen. Anfang kommender Woche soll die Beräumung abgeschlossen sein.

Parallel laufen Aufräumarbeiten auf beiden Elbseiten – auch mit Blick auf die Instandsetzung des Terrassenufers und Elberadwegs. Brückenplanerin Grit Ernst vom Straßen- und Tiefbauamt rechnet mit weiteren fünf bis sechs Wochen, bis alles wieder nutzbar ist. Spätestens zur Eröffnung des Striezelmarktes sollen Radfahrer und Fußgänger wieder freie Fahrt haben.

Doch die Arbeiten betreffen nicht nur den sichtbaren Teil. Eine Flächenpeilung ergab: In der Fahrrinne der Elbe gibt es Untiefen – teils nur 50 Zentimeter tief. Mit dem Peilschiff „Domarin“ werden diese Stellen derzeit ausgebaggert und das Material in tiefere Flussabschnitte umgesetzt, um die Schifffahrt wieder zu ermöglichen.

Finanziell bleibt das Großprojekt im Rahmen: Die Abrisskosten von 18 Millionen Euro werden laut Stadt nicht überschritten, obwohl zusätzliche Arbeiten wie das Baggern der Fahrrinne angefallen sind.

Auch der Blick in die Zukunft ist bereits geworfen: Der Planungsprozess für den Neubau der Carolabrücke läuft. In einem offenen Verfahren werden derzeit vier Planungsbüros ausgewählt, die Entwürfe für die neue Brücke vorlegen sollen. Ein Zeitplan für den Baubeginn steht jedoch noch nicht fest.

Bis dahin heißt es: Aufräumen, sanieren – und Platz schaffen für neue Verbindungen über die Elbe.