Chemnitz/Dresden- Sie gehört zu den letzten Holocaust-Überlebenden in Sachsen – und nutzt ihre Stimme bis heute, um zu erinnern. Renate Aris spricht regelmäßig mit jungen Menschen über die Verbrechen der NS-Zeit und darüber, warum Erinnerung auch heute noch wichtig ist. Für dieses Engagement wurde sie nun mit einer besonderen Auszeichnung geehrt.
Neun Bürgerinnen und Bürger aus Sachsen sind seit März Träger des Verdienstordens. Verliehen wird die Auszeichnung an Menschen, die sich in den Bereichen Politik, Soziales, Wirtschaft und Kultur in besonderer Weise verdient gemacht haben. Eine der Ausgezeichneten ist Renate Aris. Sie gehört zu den letzten Holocaust-Überlebenden Sachsens. Als Zeitzeugin ist die 90-Jährige regelmäßig in Schulen und Bildungseinrichtungen zu Gast, um authentisch von den Gräueln der NS-Zeit zu berichten. Denn heute würden die Erinnerungen zunehmend verblassen. Aus Sicht von Renate Aris sei das zwar alles Geschichte – eine Geschichte jedoch, über die man sprechen müsse, damit sie sich nicht wiederhole.
Zur Preisverleihung vor Ort war auch Michael Kretschmer. Sachsens Ministerpräsident zeigte sich im Interview mit Sachsen Fernsehen beeindruckt von den vielen engagierten Menschen im Land. Den Geehrten sei die Verleihung mitunter sogar unangenehm, denn nicht jeder wolle im Rampenlicht stehen. Gleichzeitig würden die Ausgezeichneten sichtbar machen, wie man Dinge voranbringen kann. Diese Haltung könne auch an anderer Stelle helfen, Sachsen weiter voranzubringen.
Der Verdienstorden wird vom Bundespräsidenten verliehen und gilt als höchste Anerkennung der Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl. Eine finanzielle Zuwendung ist mit der Auszeichnung nicht verbunden. Doch sie soll sichtbar machen, wie wichtig persönlicher Einsatz für das gesellschaftliche Miteinander und für die Demokratie ist.