Viele Anwohner schildern, wie nah ihnen die Tat geht. Ein Nachbar, der als erster Zeuge am Tatort war, berichtet von jener Nacht:
„Ich habe die Schreie meiner Nachbarin gehört und sie dann schwer verletzt vor der Haustür gefunden.“
Der Mann wirkte im Gespräch mit uns erschöpft und resigniert – seit der Tat bewacht die Polizei das Wohnhaus rund um die Uhr. Der mutmaßliche Täter, der ehemalige Partner der Getöteten, soll sich nach dem Angriff in der Wohnung versteckt haben. Dort befand sich auch der gemeinsame Sohn.
„Ich habe viermal an die Tür geklopft und ihn angesprochen, aber er kam nicht heraus“, schildert der Nachbar.
Erst die Polizei befreite das Kind.
Im Kiez ist seitdem nichts mehr wie zuvor. Menschen bleiben stehen, sprechen leise miteinander. Viele sind fassungslos, dass die Tat in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft geschehen ist. Einige zeigen Angst, andere sind wütend.
„So etwas hätte ich hier nie erwartet“, sagt eine Anwohnerin.
Am Dienstag legten Mitglieder des Netzwerks gegen Femizide in Sachsen Blumen vor dem Haus in der Fritz-Hanschmann-Straße nieder. Sie erinnerten an die Getötete, Susann K., und machten deutlich, dass hinter der Tat mehr als nur ein „Familiendrama“ stehe.
„Femizide sind kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem“, erklärte eine Sprecherin.
Heute um 18:30 Uhr findet eine weitere Gedenkkundgebung in der Fritz-Hanschmann-Straße 1 statt.