Greifendorf- Das Neunerlei ist in unseren Breitengraden ein durchaus geläufiger Weihnachtsschmaus. Doch einfach nur essen ist nicht – zumindest dann, wenn man der Tradition folgen will. Denn die erzgebirgischen Tapas sollen nicht nur den Magen füllen, sondern auch das Beisammensein fördern.
Die Weihnachtszeit nähert sich mit großen Schritten – und damit steht die Frage im Raum: Was kommt am 24. auf den Tisch? Während der eine oder andere noch schwankt, hat man sich im Schmiedelandhaus Greifendorf längst festgelegt. Dort geht es auf der Karte traditionell zu – denn es gibt Tapas. Was zunächst ungewöhnlich klingt, hat durchaus Berechtigung, denn im Grundprinzip ist das klassische Neunerlei nichts anderes. Bei Küchenchef Norbert Hohmann geht es – zumindest auf den Tellern – sagen wir: traditionell-experimentell zu. Das servierte Neunerlei verfügt über alle Bausteine, die es für den Namen braucht. Allerdings sei das eine oder andere Gericht ein wenig angegraut und könne dementsprechend ein bisschen Pep gebrauchen.
An anderer Stelle besteht der Wirt jedoch auf Tradition. Das bedeutet, dass Gäste gern ein wenig Sitzfleisch mitbringen dürfen. Außerdem empfiehlt es sich, vor dem Schmaus das stille Örtchen zu besuchen. Der Lohn für derlei Aufwand? Laut Hohmann: Glück im neuen Jahr. Neunerlei isst man schon mit Blick auf den Serviertermin in der Weihnachtszeit nicht nebenbei. Vielleicht macht gerade dieses bewusst langsame Tempo den alten Brauch aus. Denn wenn alle bis zum Schluss sitzenbleiben, entsteht etwas, das man nicht kochen kann: ein gemeinsamer Moment, der länger anhält als jeder Gang.