Mo., 23.02.2026 , 11:13 Uhr

Verbraucherschutz

Facebook-Nutzer: Millionenansprüche auf Entschädigung möglich

Meta steht wegen Datenschutzverstößen unter Druck. Auch Nutzer in Sachsen können jetzt Entschädigung fordern.

Leipzig – Millionen Facebook- und Instagram-Nutzer könnten Geld zurückbekommen – auch hier in Sachsen. Der Grund: massive Datenschutzvorwürfe gegen den Meta-Konzern. Es geht um persönliche Daten, gezielte Werbung – und mögliche Entschädigungen von mehreren tausend Euro.

Der Vorwurf wiegt schwer: Meta Platforms, Betreiber von Facebook und Instagram, soll Nutzerdaten ohne ausreichende Zustimmung gesammelt und an Werbetreibende weitergegeben haben. Laut Michael Hummel von der Verbraucherzentrale Leipzig verstoßen diese Praktiken gegen die Datenschutz-Grundverordnung. Betroffen sei nicht nur das Verhalten auf den Plattformen selbst, sondern auch Daten, die beim Besuch anderer Webseiten erfasst wurden.

Für Verbraucher eröffnet sich damit eine konkrete Möglichkeit: Wer Facebook oder Instagram nutzt, kann sich einer Sammelklage anschließen. Ziel ist es, Schadensersatz für die unrechtmäßige Datennutzung zu erhalten. „Grundsätzlich hat jeder, der auf diesen Plattformen aktiv ist, Anspruch auf Entschädigung“, so Hummel.

Die Teilnahme erfolgt über einen kostenlosen Eintrag in ein öffentliches Register. Der Rechtsstreit könnte sich über mehrere Jahre ziehen, die Erfolgsaussichten gelten jedoch als gut – mehrere Gerichte haben Metas Vorgehen bereits als rechtswidrig eingestuft. Alternativ können Betroffene auch individuell klagen. In Sachsen wurden dabei bereits Entschädigungen von bis zu 5.000 Euro verhandelt. Über die endgültige Höhe dürfte am Ende der Bundesgerichtshof entscheiden.

Die Empfehlung der Verbraucherzentrale: informieren, eintragen und Ansprüche prüfen lassen – um Druck auf den Konzern auszuüben und mögliche finanzielle Ansprüche zu sichern.