Dresden/Sachsen - FDP-Spitzenkandidat Robert Malorny möchte seine Partei wieder in den Sächsischen Landtag bringen. Auf dem neuesten Plakat der freien Demokraten sind allerdings Ministerpräsident Kretschmer und BSW-Chefin Sahra Wagenknecht zu sehen - in einer ungewöhnlichen Pose.
"Keine Regierung mit Kommunisten" heißt auf dem neuesten Wahlplakat der Freien Demokraten. Zu sehen sind Karikaturen des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer und BSW-Chefin Sahra Wagenknecht, die sich beide einen Kuss geben. Die FDP will damit vor einer Regierungsbeteiligung des BSW warnen. Robert Malorny:
Man muss dazu wissen, Sahra Wagenknecht ist 1989 in die SED eingetreten - zu einem Zeitpunkt, als wirklich nur kommunistische Überzeugungstäter in diese Partei eingetreten sind. Sie hat damals die Menschen, die an der friedlichen Revolution teilgenommen haben, als Konterrevolutionäre bezeichnet. Sie vertritt kommunistisches Gedankengut und das finde ich bedenklich. Die Menschen im Freistaat sollten sich auch darüber bewusst sein, dass eine Koalition zwischen CDU und BSW bedeuten würde, dass kommunistisches und post-kommunistisches Gedankengut in die Ministerien einziehen könnte.
Ende Juli in einem Wahlforum in Leipzig kam das Thema Kooperation der CDU mit dem BSW auf. Ministerpräsident Kretschmer äußerte sich dabei eher zurückhaltend, wie auch bereits zuvor im Sachsen Fernsehen-Podcast "Junge Politik in Sachsen":
Ich weiß nur, dass das ein Medienkonstrukt einer Frau ist, die ich im Bundestag kennengelernt habe, als Vorsitzende der kommunistischen Plattform. Und so ist sie auch da aufgetreten, und die aber hier in Sachsen gar nicht kandidiert. Von daher ist das eine "Black Box".
Darauf angesprochen, entgegnet Robert Malorny in unserem Interview, dass die CDU nicht allein aus dem Ministerpräsidenten bestehen würde.
Wir haben einerseits noch den Generalsekretär Alexander Dierks, der dies offen auf einem Podium gesagt hat. Auch der frisch gekürte Staatskanzleichef Conrad Clemens hat sich entsprechend geäußert. Wir wollen ins Bewusstsein rufen, was eine Koalition und eine Regierungsbeteiligung von "Bündnis Sahra Wagenknecht" für Sachsen und für unsere Gesellschaft bedeutet.
Für die FDP sei Wagenknecht ein geistiges Kind der SED und die Vertreterin einer politischen Anschauung, die den Staat als dominierenden Regulierer und Eingreifer verstehen würde. Die CDU solle sich nicht mit einem „Bruderkuss“ in eine solche Koalition begeben, betonen die Freien Demokraten. Spitzenkandidat Malorny will seine Partei in diesem Jahr wieder in den Sächsischen Landtag verhelfen.