Taucha – Kurz vor dem großen Festumzug herrscht Aufregung in der Kleinstadt bei Leipzig. Während tausende Besucher schon gespannt auf das traditionsreiche Spektakel warten, sorgt Silvia Meier vom Heimatverein Taucha im Hintergrund für den letzten Schliff – an einer ganz besonderen Figur: dem Maskottchen „Frau Parthe“. Eine Tradition, die fast einmal zu scheitern drohte.
Der Festumzug bildet seit jeher den Höhepunkt des Stadtfestes Tauchscher. Über 40 Festwagen, Vereine und Musikgruppen ziehen am Sonntagnachmittag durch die Straßen – und mittendrin die lebendig gewordene „Frau Parthe“. Sie ist Symbolfigur und Publikumsmagnet zugleich. Verantwortlich für ihre Gestaltung ist Silvia Meier, die mit viel Leidenschaft jedes Detail vorbereitet.
Noch wenige Minuten vor dem Start legt Meier letzte Hand an. Die Haare der Figur müssen sitzen, der Look stimmig sein. „Am Anfang ist die Euphorie groß“, sagt sie – doch nicht immer findet sich jemand, der bereit ist, in die Rolle der Frau Parthe zu schlüpfen. Besonders 2014 wurde die Improvisation deutlich: Eine Schaufensterpuppe musste einspringen, kam bei den Zuschauern aber weniger gut an.
Trotz solcher Stolpersteine gelang es fast immer, eine Darstellerin zu gewinnen. Für den Heimatverein bedeutet das jedes Jahr eine organisatorische Meisterleistung. Hunderte Ehrenamtliche sind im Einsatz, um den Umzug überhaupt möglich zu machen – vom Bau der Festwagen über die Koordination der Vereine bis zur Absicherung entlang der Strecke.
Die „Frau Parthe“ ist mehr als nur eine Festfigur. Sie verkörpert die Geschichte und Identität der Stadt Taucha – und damit auch den Stolz der Menschen, die das Fest mitgestalten. „Es ist jedes Mal eine Herausforderung“, sagt Meier, „aber am Ende wird alles rechtzeitig fertig.“
Dass die Tradition lebt, liegt am Engagement der Ehrenamtlichen. Ihr Einsatz macht den Tauchscher zu dem, was er heute ist: ein farbenfrohes Fest, das Taucha mit ganz Leipzig verbindet – und zeigt, wie viel Herzblut in regionalem Brauchtum steckt.