Sachsen: Hohe Gebühren, weniger Flüge – Sachsens Flughäfen stehen unter Druck.
Eine neue Studie zeigt jetzt, welche wirtschaftliche Bedeutung sie trotzdem haben.
Fliegen ab Dresden ist teuer. Ein Beispiel: Startet ein Flugzeug hier, fallen rund 5.000 Euro staatliche Abgaben an – in Prag sind es nur etwa 500 Euro. Für Airlines ein klarer Wettbewerbsnachteil. Viele Fluggesellschaften setzen ihr Fluggerät inzwischen lieber im Ausland ein. Schweden etwa hat die Luftverkehrssteuer komplett abgeschafft – mit deutlich steigenden Passagierzahlen.
Vor diesem Hintergrund wurde nach der Kabinettssitzung in der Sächsischen Staatskanzlei ein neues Gutachten vorgestellt. Es untersucht die volkswirtschaftliche Bedeutung der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden. Das Ergebnis: Beide Standorte erzeugen zusammen eine Wertschöpfung von 4,6 Milliarden Euro. Rund 52.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt an den Flughäfen. Auch der Staat profitiert: 875 Millionen Euro fließen durch Steuern zurück.
Finanzminister Christian Piwarz betont deshalb: Sachsen will an beiden Flughäfen festhalten. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten seien sie wichtig für die Entwicklung des Freistaates. Leipzig/Halle und Dresden hätten unterschiedliche Profile – ergänzten sich aber optimal.
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Dresden. Der Standort gilt als strukturell schwieriger – unter anderem wegen seiner Randlage und hoher Betriebskosten. Deshalb plant der Freistaat einen Sonderstrukturausgleich von jeweils 9 Millionen Euro für die kommenden Jahre. Ziel bleibt, die Flughafengesellschaft bis 2030 ohne weitere Zuschüsse aufzustellen.
Künftig soll auch die Stadt Dresden stärker in die Kostenplanung einbezogen werden – etwa bei Feuerwehr- und Sicherheitsaufgaben. Politik und Betreiber setzen darauf, die Flughäfen langfristig stabil und wettbewerbsfähig aufzustellen.