Mi., 18.02.2026 , 15:57 Uhr

Sachen, Rügen

Gefährliches Winterwunder: Sachsen pilgern zum Ostsee-Eis

Gefrorene Ostsee lockt viele Sachsen nach Rügen. Doch Selfies auf dem Eis werden schnell lebensgefährlich für Besucher.

Die Lieblingsurlaubsinsel der Sachsen zeigt sich derzeit von einer ungewöhnlichen, fast bizarren Seite: Die Ostsee vor Rügen ist zugefroren. Ein seltenes Naturschauspiel – und für viele Sachsen offenbar Grund genug, auch im Winter spontan an die Küste zu fahren. Doch für das perfekte Foto betreten manche sogar die Eisflächen. Darunter lauert eine unsichtbare Gefahr: Polizei und Rettungskräfte warnen vor Lebensgefahr. Der Andrang ist so groß, dass Bereiche inzwischen gesperrt werden mussten – doch daran halten sich scheinbar längst nicht alle. Warum das Ostsee-Eis so fasziniert und weshalb die Lage für Einsatzkräfte schwierig wird: unser Reporter Jonas Juckeland war für uns vor Ort – mit einem sächsischen Blick auf Rügen zwischen Faszination und Risiko.

Die Ostsee vor der Insel Rügen ist zugefroren – ein seltenes Naturschauspiel, das derzeit tausende Besucher an die Küste zieht. Besonders viele kommen aus Sachsen. Für viele Urlauber ein spontaner Winterausflug auf ihre Lieblingsinsel, für Einsatzkräfte dagegen eine zunehmend gefährliche Situation.

Zwischen Faszination und Risiko

Die Eislandschaft wirkt spektakulär und verbreitet sich rasant in sozialen Netzwerken. Genau das lockt Schaulustige an die Strände, Seebrücken und Molen. Einige gehen jedoch zu weit: Für Fotos betreten Besucher immer wieder die Eisfläche.

Das Problem: Die Ostsee ist kein zugefrorener See. Salzgehalt, Strömungen und Schiffsverkehr verhindern eine stabile Eisdecke – selbst wenn sie geschlossen aussieht. Die Oberfläche kann tragfähig wirken und dennoch plötzlich brechen.

Sperrungen und Rettungseinsätze

Besonders in Sassnitz wurde der vereiste Leuchtturm zum beliebten Fotomotiv. Zahlreiche Menschen betraten dort trotz Absperrungen die Mole oder das Eis. Polizei und Rettungskräfte mussten eingreifen, teilweise kam es zu Einbrüchen ins Wasser. Bereiche wurden gesperrt, dennoch ignorierten einzelne Besucher die Warnungen.

Die Einsatzkräfte warnen deshalb eindringlich: Lebensgefahr besteht schon wenige Meter vom sicheren Ufer entfernt.

Wintererlebnis auch ohne Gefahr

Dabei lässt sich das Naturschauspiel auch aus sicherer Entfernung beobachten – etwa von den Seebrücken oder bei einer Fahrt mit dem „Rasenden Roland“. Die historische Schmalspurbahn bringt Besucher durch die winterliche Landschaft zu den Ostseebädern und verzeichnet aktuell deutlich mehr Fahrgäste.

Eis verschwindet bald wieder

Noch sorgen frostige Temperaturen für das ungewöhnliche Bild, doch mit steigenden Temperaturen dürfte das Eis bald tauen. Was bleibt, sind beeindruckende Eindrücke – im besten Fall aufgenommen mit genügend Abstand zum Wasser.

Die Empfehlung der Behörden bleibt klar: Absperrungen beachten und das Winterwunder nur vom sicheren Boden aus genießen.