Di., 06.10.2026 , 17:48 Uhr

Leipzig

Geheim-Standort in Leipzig: Covenant will Tausende Marschflugkörper produzieren

In Leipzig sollen künftig Tausende Marschflugkörper entstehen. Der geplante Covenant-Standort sorgt für Debatten.

In Leipzig soll künftig ein neuer Standort für die Produktion von Marschflugkörpern entstehen. Das US-Rüstungsunternehmen Covenant plant nach eigenen Angaben, ab Januar 2027 das Waffensystem „Anthem“ im Leipziger Norden zu montieren. Als möglicher Standort gilt eine mehr als 10.000 Quadratmeter große Halle an der Alten Seehausener Straße im Industriepark Leipzig-Nord. Der konkrete Standort wird aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich genannt.

Im ersten Produktionsjahr sollen nach Angaben des Unternehmens rund 1.000 Marschflugkörper gefertigt werden. Ab 2028 könnte die Produktion auf bis zu 5.000 Stück jährlich steigen. Covenant bezeichnet Leipzig als wichtigen künftigen Standort für den europäischen Markt. Das System „Anthem“ soll laut Hersteller eine Reichweite von mehr als 1.000 Kilometern erreichen und für Präzisionsschläge über große Entfernungen vorgesehen sein.

In Leipzig selbst soll die Montage der Flugkörper stattfinden. Sprengstoff werde nach Unternehmensangaben am Standort nicht verarbeitet. Auch Gespräche mit der Bundeswehr soll es bereits gegeben haben. Ob Deutschland das System tatsächlich beschaffen wird, ist offen.
Noch ist die Umwandlung der bisherigen Lagerhalle in eine Produktionsstätte offenbar nicht vollständig genehmigt. Covenant sucht dennoch bereits Personal. Zunächst sind rund 50 Beschäftigte vorgesehen, später könnten mehrere hundert Arbeitsplätze entstehen.

Die Ansiedlung sorgt in Leipzig für Diskussionen. Mehrere Parteien und Bürgerinitiativen haben sich gegen die geplante Waffenproduktion ausgesprochen. Eine Petition der Initiative „Leipzig bleibt friedlich“ hatte nach Angaben der Initiatoren mehr als 7.000 Unterstützer.
Die sächsische Landesregierung begrüßt den Standort dagegen. Ministerpräsident Michael Kretschmer verweist unter anderem auf sicherheitspolitische Aspekte, neue Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung in Sachsen.

Ob die Produktion wie geplant im Januar 2027 beginnen kann, dürfte auch vom weiteren Genehmigungsverfahren abhängen.