Leipzig, 3. Juni 2025 – Eigentlich sollte auf der Käthe-Kollwitz-Straße am internationalen Tag des Fahrrads ein deutliches Zeichen gesetzt werden: ein temporärer Radweg, der zeigt, wo Radfahrende in Leipzig bislang keinen sicheren Raum haben. Doch vor Ort ist alles wie immer. Von der angekündigten Pop-up-Bike-Line fehlt jede Spur.
Der BUND Leipzig wollte gemeinsam mit anderen Initiativen auf die prekäre Lage für Radfahrende aufmerksam machen. In Leipzig ereignen sich täglich rund 65 Verkehrsunfälle – an jedem zehnten sind Radfahrer beteiligt. Trotzdem stellen sie fast die Hälfte der Verletzten. 2024 waren es über 1.300.
Pop-Up-Bike-Lines hat der BUND ins leben gerufen,
um zu zeigen, hier fehlt ein Radweg. Hier ist es sinnvoll, einen zu bauen. Und das ist eigentlich ein direktes Signal an die Stadt.
so Martin Rebmann vom BUND.
Die geplante Pop-up-Bike-Line auf der Käthe-Kollwitz-Straße konnte am Tag des Fahrrads nicht wie vorgesehen umgesetzt werden. Hintergrund war eine organisatorische Panne: Nach einer kurzfristigen Absage durch das Ordnungsamt musste der Veranstaltungsort auf die Breite Straße verlegt werden. Doch auch dort kam es zu Abstimmungsproblemen zwischen Polizei, Ordnungsamt und Logistikdienstleistern. Die notwendigen Absperrungen wurden nicht wie geplant aufgebaut – die Aktion fiel aus.
Gerade die ursprünglich geplante Strecke gilt aus Sicht der Organisatoren als besonders problematisch: fehlende Radwege, unübersichtliche Fahrbahnführung und stellenweise sogar das Fehlen klarer Markierungen machen sie für Radfahrende gefährlich. Die temporäre Aktion sollte als deutliches Signal an die Stadt verstanden werden, dort endlich sichere Infrastruktur zu schaffen.
Trotz des gescheiterten Vorhabens bleibt die Botschaft bestehen: Leipzig braucht sichere Radwege – nicht nur auf Zeit, sondern dauerhaft. Die Pop-up-Bike-Lanes sind als sichtbare Erinnerung gedacht, wo Handlungsbedarf besteht. Auch wenn es in diesem Jahr nicht geklappt hat, sehen die Initiator:innen die Aktion als Anstoß, um den Dialog über eine gerechtere Aufteilung des Straßenraums weiterzuführen.