Viele Handwerksbetriebe in Sachsen blicken verhalten auf die Konjunktur. Besonders Kosten und Aufträge belasten.
Das sächsische Handwerk bewertet seine aktuelle wirtschaftliche Lage weiterhin zurückhaltend. Bei einer Pressekonferenz im Sächsischen Landtag erklärte Dr. Andreas Brzezinski, dass derzeit nur noch 30 Prozent der Unternehmen mit ihrer Geschäftslage zufrieden seien. Im Jahr 2019 seien es noch 70 Prozent gewesen. Besonders im Baubereich sei der Druck spürbar: Zwar gebe es mehr Baugenehmigungen, die Bauvolumina kämen aber noch nicht ausreichend in den Betrieben an.
Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages, sieht vor allem bei den Lohnnebenkosten politischen Handlungsbedarf. Diese lägen bereits bei knapp über 43 Prozent und könnten weiter steigen. Aus Sicht des Handwerks droht dadurch ein Punkt, an dem Leistungen für viele Kundinnen und Kunden zu teuer werden. Zugleich verweist der Handwerkstag auf steigende Ausbildungszahlen, fordert aber eine bessere Berufsorientierung an allen Schularten und ein zweites verpflichtendes Praktikum.