Di., 27.01.2026 , 18:03 Uhr

Erinnern, mahnen, Verantwortung übernehmen – Gedenken am 27. Januar

Holocaust-Gedenktag im Sächsischen Landtag

Dresden – Am 27. Januar hat der Sächsische Landtag der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Anlass war der internationale Holocaust-Gedenktag, der an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz erinnert.

Im Plenarsaal kamen dazu geladene Gäste aus Politik, Gesellschaft und Bildung zusammen. Neben zahlreichen Schülerinnen und Schülern nahm auch Landtagspräsident Alexander Dierks an der Veranstaltung teil. Er betonte die Bedeutung des Erinnerns – gerade in einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeugen von ihren Erfahrungen berichten können.

Eindrücklich gestaltet wurde das Gedenken durch ein Konzert der Künstlerin Bente Kahan. In ihrem Programm „Ein Gebet für mich“ vertonte sie Lieder und Texte von Opfern aus Ghettos und brachte deren Leid und Hoffnungen musikalisch zum Ausdruck.

Besonders präsent war auch die Stimme der Zeitzeugin Renate Aris. Mit 91 Jahren engagiert sie sich weiterhin in der Bildungs- und Erinnerungsarbeit und sprach sich dafür aus, die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit stärker in den Schulunterricht zu verankern.

Eingeladen waren zudem junge Menschen aus der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit Wurzen. Im Projekt „Grenzgeschichten“ beschäftigen sie sich seit rund sieben Jahren mit der NS-Vergangenheit ihrer Region, übersetzten ein Buch über Überlebende der Todesmärsche und wurden für ihr Engagement mit dem Margot-Friedländer-Preis ausgezeichnet.

Zum Abschluss der Veranstaltung machte Renate Aris deutlich, wie wichtig authentische Orte des Gedenkens sind. Sie erneuerte ihre Forderung, den Alten Leipziger Bahnhof in Dresden als Gedenk-, Bildungs- und Lernort zu entwickeln.